Anrainer protestieren

Ausbaupläne lösen große Sorge um kleinen Vicht aus

Oberösterreich
06.06.2026 13:00

Die Pläne für die Erweiterung einer Schottergrube wirbeln in Taiskirchen im Innkreis viel Staub auf. Die Projektgegner bangen um die Zerstörung eines großen, zusammenhängenden Waldgebietes. Aus ihrer Sicht hat die Schottergrube schon längst ihr „Lebensende“ erreicht.

In dem sonst eher beschaulichen 2400-Einwohner-Ort Taiskirchen gehen derzeit die Wogen hoch. Grund sind die Pläne für den Ausbau einer Schottergrube. Die Bürgerinitiative „Rettet den kleinen Vicht“ hat rund 1000 Unterschriften gesammelt, die sie am Mittwoch ÖVP-Bürgermeister Markus Gadringer übermitteln will.

„Wir sprechen uns entschieden gegen die geplante Erweiterung des Schotterabbaus und gegen die Rodung unseres Waldes, bekannt als kleiner Vicht, aus“, stellt Sprecher Bernhard Oberauer klar. Die Anrainer-Initiative befürchtet eine weitere Zunahme von Lärm, Staub, Schmutz, Lkw-Verkehr und einen massiven Eingriff in Natur und Landschaft.

Zitat Icon

90 Prozent des abgebauten Schotters bleiben nicht in Taiskirchen, der Staub und der Lärm hingegen schon. 

Bernhard Oberauer, Sprecher der Anrainer-Initiative

Da viele Zusagen nicht eingehalten wurden, sei die Skepsis nun besonders groß. „Es hieß, dass der Betrieb eingestellt wird, wenn kein Material mehr gewonnen wird. Das ist der Fall, doch nun wird statt der versprochene Wiederherstellung der Natur eine Erweiterung geplant“, schäumen die Projektgegner. „Wieder hören wir Versprechungen. Es werde nur ein kleiner Teil geöffnet, Schotter entnommen und danach alles wiederhergestellt. Aber wir glauben diesen Versprechen nicht mehr.“

Appelle an die Gemeindepolitik
Sie appellieren an den Ortschef und die Gemeindevertreter der Verlegung eines Weges nicht zuzustimmen, um damit das Projekt zu Fall zu bringen. Sonst gebe es kaum eine Handhabe dagegen. „Die Erweiterung mag auf den ersten Blick klein erscheinen. Doch in Wahrheit ist sie ein Türöffner für noch mehr“, hofft Oberauer auf ein klares „Nein“ der Politik. Bis dato habe sich Ortschef Gadringer sehr neutral verhalten. Für eine Stellungnahme war er gestern, Freitag, bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. 

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