Die Stadt St. Pölten hat ihren Rechnungsabschluss für 2025 präsentiert. Statt eines ursprünglich erwarteten Minus von rund 29 Millionen Euro steht nun ein Plus von 8,6 Millionen Euro zu Buche. Verantwortlich dafür seien der Sparkurs der vergangenen Jahre und zusätzliche Erträge.
„Der vor zwei Jahren gestartete Konsolidierungsprozess zeigt Wirkung“, betonen Bürgermeister Matthias Stadler und Finanzdirektor Thomas Wolfsberger. Im Zuge des Sparkurses wurden verwaltungsintern mehr als 280 Maßnahmen erarbeitet. Das Ziel: jährlich rund elf Millionen Euro einzusparen. Der Umsetzungsgrad lag zuletzt bei mehr als 96 Prozent.
Insgesamt erwirtschaftete die Landeshauptstadt im Vorjahr Erträge von rund 270 Millionen Euro. Dem standen Aufwendungen von 261,4 Millionen Euro gegenüber. Zum positiven Ergebnis beigetragen hätten neben den Einsparungen auch zusätzliche Einnahmen. Genannt werden unter anderem Grundstücksverkäufe – darunter jene für das geplante Sicherheitszentrum – sowie Rückersätze für die Hochwasserschäden des vergangenen Jahres.
Kritik an Umlagenzahlungen
Trotz der positiven Entwicklung sehen Stadler und Wolfsberger weiterhin Anlass zur Sorge. Kritik üben sie vor allem an den steigenden Umlagenzahlungen, die Gemeinden an das Land leisten müssen. Besonders stark schlug zuletzt die Sozialhilfe zu Buche. Die entsprechenden Kosten stiegen auf fast 22 Millionen Euro.
Nach Angaben der Stadt blieben von den Ertragsanteilen – der wichtigsten Einnahmequelle der Gemeinden – nach Abzug der Umlagen weniger als 40 Prozent für die Finanzierung kommunaler Aufgaben übrig. Die Landeshauptstadt fordert daher ebenso wie der Städte- und Gemeindebund eine Entlastung der Gemeinden.
Positiv entwickelt hätten sich laut Finanzdirektion auch die Rücklagen und das Vermögen der Stadt. Die Rücklagen wurden auf 55,6 Millionen Euro erhöht. Gleichzeitig verfüge St. Pölten über ein Vermögen von mehr als 600 Millionen Euro. Der Schuldenstand lag zuletzt bei 175,7 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege demnach bei knapp 2000 Euro, das Vermögen pro St. Pöltner hingegen bei 10.000 Euro.
Stadler warnt dennoch vor einem Investitionsstau bei Städten und Gemeinden. Würde die öffentliche Hand notwendige Projekte aufschieben, gefährde dies langfristig Arbeitsplätze, Infrastruktur und den Lebensstandard, so das Stadtoberhaupt.
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