Der Ruf nach zeitgemäßer Sprache für eine zukunftsorientierte Ausbildungswelt wird von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer Tirol nun immer lauter.
Schon vor geraumer Zeit hat die WK Tirol, federführend voran mit Fachkräftekoordinator David Narr, eine Initiative zur Modernisierung der Begrifflichkeiten rund um die duale Ausbildung gestartet. Mit dem klaren Ziel, das Image der Fachberufslehre nachhaltig zu stärken und moderne, wertschätzende Bezeichnungen für zentrale Begriffe der Ausbildung zu etablieren. Nun unterstützt auch die AK Tirol dieses Anliegen ausdrücklich.
Wenn wir moderne Fachkräfte wollen, dann brauchen wir auch eine moderne Sprache für ihre Ausbildung.

Fachkräftekoordinator David Narr
Bild: Christof Birbaumer
„Sprache erzeugt Bilder im Kopf“
„Gerade junge Menschen achten sehr stark darauf, wie Ausbildungswege kommuniziert und dargestellt werden. Sprache erzeugt Bilder im Kopf – und diese Bilder beeinflussen maßgeblich das Image der Fachberufslehre. Wenn wir moderne Fachkräfte wollen, dann brauchen wir auch eine moderne Sprache für ihre Ausbildung“, betont dazu David Narr.
Die zeitgemäßen Bezeichnungen sollen zum Ausdruck bringen, dass die Berufsausbildung eine fachliche Qualifikation darstellt.

Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl
Bild: Christof Birbaumer
Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl schlägt in die gleiche Kerbe: „Die zeitgemäßen Bezeichnungen sollen zum Ausdruck bringen, dass die Berufsausbildung eine fachliche Qualifikation darstellt, die dringend benötigt wird und deren Stellenwert auch so wahrgenommen werden soll.“
Fachberufsdiplom statt Lehrabschlusszeugnis
Aber was steckt nun konkret hinter der Forderung nach modernen Begrifflichkeiten? Unter anderem wird vorgeschlagen, künftig verstärkt Begriffe wie „Fachberufslehre“ statt „Lehre“, „Ausbildungsbetrieb“ statt „Lehrbetrieb“, „Fachberufsprüfung“ statt „Lehrabschlussprüfung“, „Ausbildungszeit“ statt „Lehrzeit“ oder „Fachberufsdiplom“ statt „Lehrabschlusszeugnis“ zu verwenden. Bereits erfolgte Anpassungen – etwa die Umstellung von „Lehrlingsentschädigung“ auf „Lehrlingseinkommen“ – zeigen aus Sicht der beiden Interessenvertretungen, dass moderne und wertschätzende Begrifflichkeiten möglich und auch sinnvoll sind.
Moderne Begriffe keine Symbolpolitik
„Unternehmen investieren viel Zeit in die Bezeichnung ihrer Produkte und Dienstleistungen, weil Worte Assoziationen auslösen und Images prägen. Genau dasselbe gilt für die Fachberufslehre. Moderne Leistungen verdienen moderne Begriffe. Es geht dabei nicht um Symbolpolitik, sondern um Wertschätzung und darum, sichtbar zu machen, was junge Menschen und Ausbildungsbetriebe heute tatsächlich leisten“, betonen Narr und Zangerl.
AK und WK Tirol wollen als Nächstes gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Gesetzgeber prüfen, wie die neuen Begrifflichkeiten Schritt für Schritt in den offiziellen Sprachgebrauch übernommen werden können – höchst an der Zeit wäre es.
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