Insider-Kritik an Plan

Große Sorgen über die riesige Lagerhaus-Fusion

Niederösterreich
01.06.2026 13:00

Anonym meldete sich ein Insider mit Bedenken zur bevorstehenden Riesenvereinigung zweier Lagerhäusergenossenschaften. Die Obleute  Albin Haidl und Hermann Lauter stellten sich den kritischen Fragen der „Krone“ und wollen damit auch Ängste und Sorgen ausräumen.

Große Sorgen und Kritik übt ein anonymer Schreiber zur geplanten Mega-Fusion der Waldviertler Lagerhaus-Genossenschaften Gmünd-Vitis und Waidhofen an der Thaya, die dann zusammen 4500 Mitglieder, 700 Mitarbeiter haben und 200 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften werden. Damit könnte eine ähnliche Größenordnung erreicht werden, wie die beiden benachbarten Lagerhäuser Hollabrunn-Horn und Zwettl.

Wegen Verlusten steigen Schließungsängste
Der scheinbare Insider wendete sich an die „Krone“, die die Lagerhaus-Obmänner Albin Haidl (Waidhofen) und Hermann Lauter (Gmünd-Vitis) mit der Kritik konfrontierte. So befürchtet der offensichtlich gut informierte Verfasser des Schreibens, dass große Zentralisierungen, Zusammenlegungen und Veränderungen bei regionalen Standorten anstehen würden. Dass die Jahresabschlüsse beider Genossenschaften erhebliche Verluste aufweisen, würde diese Ängste nur noch vergrößern.

„Wir haben für jedes der beiden Häuser einen Businessplan erstellt und der weist jedem Haus für sich einen positiven Fortbestand aus“, betonen die beiden Obleute unisono. In Gmünd hätte man „den Turnaround“ bereits geschafft, in Waidhofen sei dieser bald zu erwarten.

Schon davor mussten beide Lagerhäuser ihre Maurereien schließen. Auch einige Getreideannahmestellen mussten zusammengelegt werden. Das sei aber alles schon vor den ernsthaften Plänen für eine Fusion passiert. Auch der vom Insider kritisierte Personalabbau sei so nicht vonstatten gegangen, denn die Mitarbeiter hatten zumeist ein Übernahme-Angebot oder sie seien in Pension gegangen.

Die Lagerhausgenossenschaften Gmünd-Vitis und Waidhofen an der Thaya streben eine Fusion an. ...
Die Lagerhausgenossenschaften Gmünd-Vitis und Waidhofen an der Thaya streben eine Fusion an. Noch im Juni sollen die Beschlüsse dazu getroffen werden.(Bild: Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis eGen)

Schließungen befürchtet
Die Sorge, dass jetzt weitere Schließungen und Zentralisierungen der Markt- und Werkstättenstandorte drohen, die oft noch die letzte Versorgung in den ländlichen Regionen darstellen, verneinen die Obmänner: „Aus heutiger Sicht sind keine Markt- oder Werkstättenschließungen geplant“, betonen Haidl und Lauter.

Versammlungen: Kritische, konstruktive Gespräche
Auch gegen den Vorwurf, dass die Information über die Fusionsidee zu spät gekommen sei, wehrt man sich und legt eine ausgedehnte Kommunikationsübersicht auf vielen Ebenen seit Februar vor. Man habe bereits gegen Jahreswechsel betont, dass eine Fusion geprüft werde. Es hätte in den vergangenen Monate auch viele konstruktive und positive Gespräche bei den zahlreichen Info-Versammlungen gegeben. Nun wisse man, dass man durch die Fusion viele Synergieeffekte nutzen könnte und man in der Größenordnung der benachbarten Lagerhäuser weiterarbeiten könnte. „Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Zusammenlegung“, sind sich Lauter und Haidl sicher.

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