Neues Gesetz kommt

Die Zahl der Spielsüchtigen im Internet steigt

Steiermark
29.05.2026 07:00
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Entwurf zum neuen Glücksspielgesetz sorgt auch in der Steiermark für Diskussionen. Suchtexpertin sieht Vor- und Nachteile. 

Das Monopol im Online-Glücksspiel soll in Österreich fallen, bislang illegale Anbieter könnten dann von heute auf morgen auf den Markt drängen. Dafür soll es für Spieler schärfere Regulierungen geben, vor allem schrumpfen Höchsteinsätze und damit die Gewinne. So sieht es zumindest der Entwurf des Finanzministeriums für die Novelle des Glücksspielgesetzes vor (wir haben berichtet).

Geringere Einsätze „sehr zu begrüßen“
Wie sind die geplanten Neuerungen in Hinblick auf das Spielsuchtproblem zu betrachten? „Dass etwa die Einsatzhöhe reduziert wird, ist grundsätzlich sehr zu begrüßen“, sagt Monika Lierzer, Leiterin der steirischen Fachstelle für Glücksspielsucht, die vom Gesundheitsfonds finanziert und in Österreich einzigartig ist. Mehr Konkurrenz am Online-Markt „wird auch die Werbung stark anheizen, das ist ein Problem“, sagt Lierzer, sieht in der Liberalisierung zugleich aber auch eine Chance, den illegalen Markt unter Kontrolle zu halten. „Letztlich ist es aber ein Vollzugsproblem. Strikte Kontrolle ist entscheidend.“

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Gerade im Onlinebereich sind Sportwetten omnipräsent. Hier haben sich die Problemfälle seit 2018 verdreifacht.

Monika Lierzer, Suchtexpertin

Fakt ist jedenfalls, dass neben dem nach wie vor dominierenden Automaten-Glücksspiel immer mehr online gezockt wird. „Da haben die problematischen Fälle in den letzten Jahren drastisch zugenommen“, berichtet die Expertin aus dem Alltag der Suchtberatung.

Sportwetten ziehen vor allem bei jungen Männern
Besonders auffällig sei dabei die Entwicklung bei Sportwetten, die in Österreich aber – ein EU-weiter Sonderfall – vor dem Gesetz nicht als Glücksspiel gelten. Das zu ändern, ist eine langjährige Forderung aus der Suchtberatung, aber nicht Thema der anstehenden Gesetzesnovelle. „Bei Sportwetten haben sich die Fälle bei uns seit 2018 verdreifacht. Hier sind vor allem junge Männer am häufigsten betroffen“, erklärt Monika Lierzer.

Infos & steirische Anlaufstellen bei Glücksspielsucht: www.fachstelle-glueckspielsucht.at

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