Sturz in die Tiefe
Montenegro: Personenzug in Schlucht gestürzt
Am Dienstag früh wurde die Rettungsaktion an der Unfallstelle fortgesetzt. Es wurde befürchtet, dass sich im Wrack noch weitere Opfer befinden. Polizei- und Armee-Hubschrauber waren am Abend über der Unfallstelle gekreist, während sich Rettungskräfte bemühten, Verunglückten aus den Waggons herauszuholen. Die Rettungsaktion wurde durch die hereinbrechende Dunkelheit, dicht stehende Bäume und starke Winde erschwert.
Laut Augenzeugen stürzten vier Waggons eines Passagierzugs gegen 16.00 Uhr bei der Ausfahrt aus einem Tunnel über eine Böschung 50 Meter tief in den Abgrund. Die Eisenbahnstrecke zwischen Belgrad und Podgorica wurde 1976 errichtet und gilt als stark reparaturbedürftig.
Minister und Bahnchef zurückgetreten
Verkehrsminister Andrija Lompar und Bahnchef Ranko Medenica traten noch in der Nacht zurück. Die Regierung kam zu einer Sondersitzung zusammen.
Die Bevölkerung wurde immer wieder aufgerufen, Blut zu spenden. Hunderte stellten sich sofort zur Verfügung. Aus dem ganzen Land trafen Hilfsangebote ein.
Die Regierung Serbiens forderte unterdessen alle Krankenhäuser im Lande auf, sich für die eventuelle Aufnahme von Opfern des Zugunglücks in Montenegro vorzubereiten.
Das Klinikzentrum in Podgorica appellierte an die Familienangehörigen von Patienten, die kein Notfall sind, diese abzuholen, um Platz für die Verunglückten zu schaffen.
Die Regierung verkündete am Abend eine dreitägige Staatstrauer.
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