Speise-, Liege- und Schlafwaggons wurden – die „Krone“ berichtete – in Göpfritz gelagert. Nun sind sie verschwunden. Stattdessen macht ein Bahn-Gerücht die Runde...
Das Abstellgleis der Franz-Josefs-Bahn in Göpfritz ist leer, die lange Reihe von Speise-, Liege- und Schlafwaggons ist, wie aufmerksamen Zug- beziehungsweise vorbeifahrenden Autofahrern gleich aufgefallen ist, verschwunden. Darüber hinaus gibt es Gerüchte, dass die Strecke der Franz-Josefs-Bahn bald von einer Privatbahn genutzt werden könnte.
Waggons überstellt, sie werden verkauft
„Die Fahrzeuge wurden von Göpfritz nach Brunn-Maria Enzersdorf überstellt, weil sie verkauft werden sollen“, bestätigt ÖBB-Sprecher Klaus Baumgartner. Die ÖBB-Personenverkehrs AG hat insgesamt 20 Speisewagen und 28 Liegewagen über die Plattform „RailAuction“ im Rahmen eines Bestbieterverfahrens zum Verkauf ausgeschrieben.
Baumgartner verweist auch darauf, dass die ÖBB derzeit stark investiert. „Aktuell läuft das größte Beschaffungsprogramm der ÖBB. Insgesamt 300 neue Züge kommen zur Flotte hinzu.“ Darunter sind auch 24 Nightjets der neuen Generation sowie etliche Railjets mit Bordrestaurant. Deshalb sei es möglich gewesen, ältere Fahrzeuge auszuscheiden.
Aktuell habe die ÖBB insgesamt rund 50 Liegewagen und 40 Schlafwagen im Einsatz, vor allem auf den Strecken Wien/Graz-Zürich und Wien/Graz-Berlin.
„Leo-Express“ auf der Franz-Josefs-Strecke?
Durch die Nutzung der Strecke der Franz-Josefs-Bahn durch den Privat-Betreiber „Leo-Express“ könnte der Franz-Josefs-Bahn bald zusätzliche Bedeutung zukommen. Gerüchte sprechen von der Nutzung der Strecke für eine Verbindung Prag-Gmünd-Wien-Bratislava ab dem nächsten Fahrplanwechsel. „Leo-Express“ gibt sich auf Krone-Anfrage dazu kryptisch. „Wir sind als internationaler Betreiber an Bahnstrecken in ganz Europa interessiert, daher analysieren wir intern die Möglichkeiten in den einzelnen Ländern. Aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen sind diese Analysen öffentlich zugänglich, aus unserer Sicht stellen sie jedoch keine konkreten Pläne dar.“
Erst im Anschluss an die Bewertung der Möglichkeiten werde man auf Basis des Angebots des Infrastrukturbetreibers entscheiden, ob die Kapazitätszuteilung angenommen wird. Dieser Prozess beginnt mehr als 18 Monate vor Betriebsbeginn. „Leo-Express“ betreibt seit 2012 Schienen- und Busverkehr in Mitteleuropa, hauptsächlich zwischen Prag und Ostrava. Seit 2021 hält das staatliche spanische Eisenbahnverkehrsunternehmen RENFE 50 Prozent der Anteile.
Hannes Ramharter
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