Beachtliches Jubiläum

Diex: Seit 700 Jahren ein wehrhaftes Haus Gottes

Kärnten
23.05.2026 10:00

Die Pfarrkirche von Diex feiert heuer ein beachtliches Jubiläum. Gerade wegen des Alters stehen einige wichtige Renovierungen an. 

Beeindruckend ist die dem heiligen Martin geweihte barocke Pfarrkirche Diex, die mit ihren imposanten Doppeltürmen in den Himmel ragt. Gebaut 1326, was bedeutet, dass die Pfarre heuer 700 Jahre feiert. Einzigartig ist auch die Wehranlage mit einer frühzeitlichen Ringmauer. Beim Eintritt in die besterhaltene Wehrkirche Kärntens eröffnet sich ein gotisches Eingangsportal. „Das ist ein Eingang wie in einen Dom“, sagt Pfarrarbeitskreismitglied Gerhard Kresitschnig, während er die knarrende und mächtige Holztüre öffnet.

„Die Ausstellung im uralten Torturm ist für jedermann offen“, so Kresitschnig.
„Die Ausstellung im uralten Torturm ist für jedermann offen“, so Kresitschnig.(Bild: Dieter Arbeiter)

Zwölf steile Stufen führen hoch zur denkmalgeschützten Orgel, die im Jahr 1883 von Orgelbauer Franc Colarić (1839 bis 1899) gebaut worden ist. „Laut Pfarrchronik hat es im Spieltisch ein historisches Zungenregister gegeben. Dies ist in den 1960er-Jahren ausgebaut worden“, sagt Organist Hansi Karner. Welcher Langfinger das war, ist übrigens bis heute nicht bekannt. Karner: „Nur einzelne mechanische Teilchen sind noch vorhanden.“ Die 140 Jahre alte Königin der Instrumente braucht nun dringend Hilfe und muss saniert werden.

So sieht der Torturm, der Wehranlage mit fünf Türmen, die 1535 gebaut worden ist, in Richtung ...
So sieht der Torturm, der Wehranlage mit fünf Türmen, die 1535 gebaut worden ist, in Richtung Himmel aus.(Bild: Dieter Arbeiter)
Für die Sanierung des Kirchenschiffes und zuletzt des Wehrganges sind über eine Million Euro ...
Für die Sanierung des Kirchenschiffes und zuletzt des Wehrganges sind über eine Million Euro investiert worden.(Bild: Dieter Arbeiter)

Die Orgel ist müde: Manchmal ist sie stumm
„Noch ist kein Wurm im Holz der Orgel, aber von den 16 Registern ist schon lange nur noch die Hälfte brauchbar. Es ist schon vorgekommen, dass gar kein Ton mehr erklungen ist“, so Karner, seit 30 Jahren Organist in Diex. 40.000 Euro wird die Sanierung der Orgel verschlingen. Daher soll auch ein eigenes Orgelkomitee gegründet werden. „Geld wurde bereits beim Pfarrfest im Vorjahr gesammelt und es gibt eine noble Großspenderin. Benefizkonzerte und weitere Aktionen zugunsten der Orgel seien geplant.

Die historische Orgel in der Wehrkirche Diex bedarf einer Sanierung.
Die historische Orgel in der Wehrkirche Diex bedarf einer Sanierung.(Bild: Dieter Arbeiter)
Hansi Karner ist seit 30 Jahren Organist in der Martinskirche im Bergdorf.
Hansi Karner ist seit 30 Jahren Organist in der Martinskirche im Bergdorf.(Bild: Dieter Arbeiter)

„Wir sind zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr mit der Sanierung unserer historischen Orgel beginnen können“, so Kresitschnig. Das Kirchenschiff und der Wehrgang der 700 Jahre alten Kirche sind mittlerweile renoviert worden. „Jetzt stehen noch die Kirchtürme an, die auch ein neues Steinplattendach brauchen“, erklärt der Diexer. Die geschätzten Kosten für die beiden Kirchtürme liegen bei 400.000 Euro.

Aus Angst vor Türken erhielt Kirche eine Mauer 
Eine Besonderheit der Martinskirche ist die Wehranlage. Denn die Angst vor Türkeneinfällen sei im 15. und 16. Jahrhundert groß gewesen. Daher wurde die Kirche, die um 1645 barock ausgebaut worden ist, die Michaelskapelle und der Friedhof mit einer Wehrmauer umringt. Kresitschnig: „Geziert wird sie von fünf Türmen. Diese stehen symbolisch für den Rosenkranz.“

Jahrhundertelang wurde der Torturm und die Wächteranlage nur als Lagerraum genutzt, denn „laut Sage sind die türkischen Reiter nie bis nach Diex gekommen.“ Im Volksmund wird dieser Raum „Koša“ genannt: „Aufbewahrt wurden darin kirchliche Requisiten und Fleischwaren“, so der Diexer.

Im Ausstellungsraum am renovierten Wehrgang ist nie auf die Türken geschossen worden.
Im Ausstellungsraum am renovierten Wehrgang ist nie auf die Türken geschossen worden.(Bild: Dieter Arbeiter)
Die Schießscharte gibt es aber noch.
Die Schießscharte gibt es aber noch.(Bild: Dieter Arbeiter)
Einige kirchliche Requisiten sind dort seit einiger Zeit zu sehen.
Einige kirchliche Requisiten sind dort seit einiger Zeit zu sehen.(Bild: Dieter Arbeiter)

Heute ist es ein Ausstellungsraum, wo neben alten Requisiten für Gottesdienste und Co., auch noch die Schießscharte zu sehen ist. Zum Einsatz kam sie aber nie – ist aber noch heute ein Zeichen der Vorfahren und ihrer Angst vor einem Überfall.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung