Terror im Irak

Dschihadisten drohen mit Hinrichtung der Jesiden

Ausland
09.08.2014 19:47
Die US-Luftangriffe bringen offenbar keine Entspannung für die im Nordirak um ihr Leben fürchtenden Jesiden. Dschihadistische Kämpfer haben die Hinrichtung von 300 Familien der Religionsgruppe angedroht, sollten sie nicht zum Islam übertreten, berichteten Augenzeugen und ein Abgeordneter am Samstag.

Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hätten die Familien in den Dörfern Koja, Hatimiya und Qaboshi eingekesselt, hieß es. In den vergangenen Wochen waren Zehntausende Jesiden und Christen im Nordirak vor den Rebellen geflüchtet. Viele Jesiden suchten im kargen Sinjar-Gebirge Zuflucht, wo sie von den Terroristen eingekreist wurden.

Am Donnerstag erstmals Luftangriffe angeordnet
US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag Luftangriffe angeordnet, um den Vormarsch der IS in der Region zu stoppen. Außerdem warf das US-Militär Hilfsgüter über der Region ab.

Obama rechnet nicht mit einer schnellen Beilegung des Konflikts. "Ich glaube nicht, dass wir das Problem innerhalb weniger Wochen lösen können", sagte Obama am Samstag bei einer Pressekonferenz vor dem Weißen Haus in Washington.

Kampf gegen IS "ein Langzeitprojekt"
Der Oberste Befehlshaber der US-Armee bezeichnete den Kampf gegen die Milizen der IS als "Langzeitprojekt" und bekräftigte erneut, dass er den Einsatz von US-Bodentruppen im Irak ausschließe. "Ich werde keinen bestimmten Zeitplan nennen", sagte Obama auf die Frage einer Journalistin nach der Dauer des US-Militäreinsatzes. "Das wird noch einige Zeit dauern", betonte er.

Obama berichtete, dass bei den US-Luftschlägen erfolgreich Ausrüstung und Waffen der Extremisten zerstört worden sei. Der Vormarsch der Dschihadisten sei "schneller als gedacht" gewesen, räumte er ein. Im einem Interview mit der "New York Times" hatte er zuvor betont, er werde "kein Kalifat in Syrien und dem Irak schaffen lassen".

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