Die landeseigene gemeinnützige Wohnbauträger VOGEWOSI hat entschieden: In der Südtirolersiedlung Hard wird es in den nächsten fünf Jahren keine Umbauten geben. In dieser Zeit soll ein Zukunftskonzept für die in die Jahre gekommene Anlage entstehen.
Innerhalb dieses Zeitraums sind keine grundlegenden Änderungen geplant. Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz erklärte, dass alles so bleiben werde, wie es ist. Die Entscheidung ist eine Reaktion auf den Zustand der Siedlung aus den 1940er-Jahren. Das damals verwendete, kostengünstige Baumaterial führt heute zu erheblichem Erhaltungsaufwand. Viele der Wohnungen entsprechen nicht mehr den heutigen Standards, weshalb die Nachfrage gering ist. Aktuell stehen 19 der 73 Wohnungen leer.
Zukunftskonzept und Finanzierungsfrage
Während der kommenden fünf Jahre muss ein umfassendes Gesamtkonzept für die Zukunft der Siedlung erarbeitet werden. Laut Lorenz stehen dabei zwei grundlegende Optionen im Raum: ein Abriss oder eine Teilsanierung. Er betonte, dass eine Sanierung mit hohen Kosten verbunden wäre. Eine solche Maßnahme sei ohne entsprechende öffentliche Mittel nicht umsetzbar. Die Sanierung einzelner, leerstehender Wohnungen sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, solange kein übergeordnetes Konzept für die gesamte Anlage vorliegt.
Bewohnerbefragung zeigt überraschend hohe Zufriedenheit
Im Vorfeld der Entscheidung führten die VOGEWOSI und die Gemeinde Hard ausführliche Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Eine dabei durchgeführte Befragung förderte ein überraschendes Ergebnis zutage: Trotz des renovierungsbedürftigen Zustands der Gebäude ist die Wohnzufriedenheit sehr hoch. Besonders die älteren Bewohner, von denen viele schon sehr lange in der Siedlung leben, fühlen sich dort nach wie vor wohl – sie möchten folglich so lange wie möglich in ihren Wohnungen bleiben.
Starke Nachbarschaft und leistbare Mieten als Pluspunkte
Als Hauptgründe für die hohe Zufriedenheit nannten die Befragten die gute Nachbarschaft, die großzügigen Grünflächen rund um die Häuser sowie die zentrale Lage. Ein entscheidender Faktor sind auch die leistbaren Mieten. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren sich sehr stark mit ihrer Wohnung und ihrem direkten Wohnumfeld. Die Nachbarschaft funktioniert außergewöhnlich gut“, so Heidi Lorenzi von der ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit, die die Befragung begleitete. Die lange Wohndauer unterstreicht diese Bindung: Die durchschnittliche Mietdauer liegt bei rund 50 Jahren. Das älteste bestehende Mietverhältnis datiert sogar auf das Gründungsjahr 1943 zurück.
Viele Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren sich sehr stark mit ihrer Wohnung und ihrem direkten Wohnumfeld.
Heidi Lorenzi, ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit
Wohnwünsche und demografische Struktur
Die demografische Struktur der Siedlung ist sehr homogen. Es leben nur wenige Kinder und größere Familien in der Anlage. Stark vertreten sind hingegen ältere Menschen über 60 Jahre sowie Ein- und Zweipersonenhaushalte. Die Befragung ergab, dass rund 80 Prozent der Mieter auch ohne größere Veränderungen in ihrer Wohnung bleiben möchten. Zehn Prozent haben bereits einen Auszug geplant, und weitere zehn Prozent würden bleiben, wenn der Wohnstandard verbessert werden würde. Trotz der allgemeinen Zufriedenheit gibt es selbstverständlich konkrete Wünsche nach Verbesserungen: Genannt wurden vor allem eine neue Außenfassade, eine bessere Isolierung und Schalldämmung, der Einbau von Zentralheizungen und der Anbau von Balkonen. Auch mehr Sitzgelegenheiten im Außenbereich wurden gewünscht.
Nur Erhaltungsarbeiten und laufender Dialog
Hans-Peter Lorenz stellte klar, dass in den kommenden fünf Jahren keine dieser größeren Modernisierungswünsche erfüllt werden können. „Wir werden in dieser Siedlung nichts Gravierendes vornehmen“, so der VOGEWOSI-Geschäftsführer. Geplant sind ausschließlich notwendige Erhaltungsarbeiten, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten und die Gebäudesubstanz zu bewahren. Darüber hinausgehende Verbesserungen werde es vorerst nicht geben. Die VOGEWOSI versicherte jedoch, den Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern aufrechtzuerhalten. Für Fragen zum Mietverhältnis oder zur persönlichen Zukunft steht Prokuristin Carina Welzig-Steu als direkte Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie versprach, gemeinsam mit der Marktgemeinde Hard für alle individuelle und passende Wohnlösungen zu finden.
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