Exekutive am Anschlag

Hat die Vorarlberger Polizei ein Personalproblem?

Vorarlberg
20.05.2026 14:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Sicherheitspolitik ist eine prima Causa der schwarz-blauen Landesregierung. In den vergangenen Wochen wurde immer wieder darauf verwiesen, dass es gelungen sei, den Personalstand auf einen historischen Höchstwert zu schrauben. Bei der Polizeigewerkschaft sieht man das allerdings anders.

Viele Erfolgsmeldungen kann die Landesregierung nicht vermelden, umso mehr werden die wenigen guten Nachrichten zelebriert. Das gilt nicht zuletzt für die Personalsituation der Vorarlberger Polizei: So verwies etwa erst vor wenigen Tagen ÖVP-Sicherheitssprecher Guido Flatz darauf, dass die Zahl der Exekutivstellen in Vorarlberg seit 2014 von 865 auf 987 Vollzeitäquivalente angewachsen sei – ein historischer Höchstwert.

Personalvertreter zeichnen anderes Bild
Blöd nur, dass die Personalvertretung der Polizei die Euphorie nicht teilt und ein ganz anderes Bild der Realität zeichnet: Zwar entspreche es den Tatsachen, dass aktuell in der gesamten Landespolizeidirektion Vorarlberg 1147 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig seien, was nominal ein neuer Rekord ist. Diese Zahl müsse allerdings differenziert betrachtet werden: Denn aufgrund interner Reformen, der Schaffung neuer Einheiten sowie unter Berücksichtigung der Verwaltungsbediensteten und der Polizeischüler befänden sich derzeit nur noch etwa 550 Beamtinnen und Beamte im exekutiven Außendienst bzw. direkt auf den Polizeiinspektionen. „Auf die vier Bezirke aufgeteilt ergibt sich somit ein personeller Fehlstand von rund 25 Prozent!“, spricht Personalvertreter Manuel Preiß Klartext.

Teilzeit, Krankenstände, Karenzierungen
Er gibt zudem zu bedenken, dass sich aktuell über 120 Beamtinnen und Beamte in Teilzeit befänden, zudem seien über 50 Kolleginnen und Kollegen karenziert. Dem nicht genug, würden Krankenstände, Fortbildungen sowie Sonderverwendungen regelmäßig zu akuten personellen Engpässen im täglichen Dienstbetrieb führen. Aufgrund der angespannten Personalsituation käme sogenannten Unterstützungszuteilungen aus anderen Bundesländern eine enorme Bedeutung zu. „Gerade in den Wintermonaten war dies unabdingbar, um den erhöhten Arbeitsbedarf in den Wintersportorten abdecken zu können“, so der Polizeigewerkschafter.

Hohe Drop-out-Quote
Auch bezüglich der Rekrutierung neuer Polizisten ist die Lage ambivalent: Zwar sei die Zahl der Interessenten dank der Bemühungen des Recruiting-Teams der Landespolizeidirektion vergleichsweise hoch, gleiches gelte allerdings auch für die Drop-out-Quote, so Preiß: „Die polizeiliche Ausbildung am Bildungszentrum in Feldkirch ist auf einem sehr hohen Niveau. Leider verzeichnen wir derzeit jedoch auch einige Austritte aus der Polizeischule. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche haben sich das Berufsbild anders vorgestellt, andere kehren in die Privatwirtschaft zurück. Teilweise werden auch die geforderten schulischen Leistungen nicht erfüllt.“

Zitat Icon

Die polizeiliche Ausbildung am Bildungszentrum in Feldkirch ist auf einem sehr hohen Niveau. Leider verzeichnen wir derzeit jedoch auch einige Austritte.

Manuel Preiß, Polizeigewerkschafter

Unterm Strich gelinge es folglich kaum, die laufenden Abgänge durch Pensionierungen, Versetzungen oder sonstige Austritte vollständig zu kompensieren. Fazit Preiß: „Entgegen dem medial berichteten personellen Höchststand ist die tatsächliche Personalsituation bei der Vorarlberger Polizei weiterhin angespannt.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

11° / 16°
Symbol starke Regenschauer
12° / 18°
Symbol starke Regenschauer
12° / 18°
Symbol starke Regenschauer
12° / 18°
Symbol leichter Regen
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung