Wegen Ebola-Virus
Liberia: Präsidentin verhängt Ausnahmezustand
Es seien "außergewöhnliche Maßnahmen" erforderlich, weil es um das "schiere Überleben unseres Staates" geht, erklärte die Präsidentin. Der Ausnahmezustand trete am Mittwoch in Kraft und sei auf 90 Tage befristet.
USA setzen Warnstufe auf die höchstmögliche Kategorie
Zuvor hatte die US-Seuchenbehörde CDC ihre Warnstufe auf die höchstmögliche Kategorie 1 gesetzt. Der Schritt sei eine Reaktion auf das mögliche Übergreifen der Seuche nach Nigeria, teilte CDC-Direktor Tom Frieden auf Twitter mit.
In Liberia sind bereits 282 Menschen an Ebola gestorben, insgesamt wurden bei der aktuellen Epidemie nach WHO-Angaben bis Montag 932 Todesopfer verbucht. Das entspricht mehr als der Hälfte der bestätigten Krankheitsfälle. Betroffen sind neben Liberia vor allem Guinea und Sierra Leone. Die Krankheit hat sich jüngst auch in das bevölkerungsreichste Land des Kontinents, Nigeria, ausgebreitet. Dort wurden zwei Todesopfer registriert.
Zulassung eines experimentellen Serums abgelehnt
US-Präsident Barack Obama kündigte unterdessen an, die afrikanischen Staaten bei Notmaßnahmen zur Eindämmung der Epidemie unterstützen zu wollen. Es gehe darum, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen, betonte er am Mittwochabend in Washington. Ablehnend äußerte er sich zur möglichen Zulassung eines experimentellen Serums gegen die Viruserkrankung. Es gebe noch "nicht genug Daten" für eine Genehmigung des Medikaments im Schnellverfahren, sagte er. "Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen", betonte Obama.
Allerdings ließ die US-Gesundheitsbehörde FDA ein vom amerikanischen Militär entwickeltes Testverfahren zur Ermittlung von Ebola-Erkrankungen zu. Der Test namens "DoD EZ1 Real-time RT-PCR Assay" soll helfen, das hochansteckende Virus in Westafrika einzudämmen. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit kann es nämlich bis zu 21 Tage dauern.
US-Patient mit Serum erfolgreich behandelt?
Die Diskussion über die Verwendung des bisher erst an Tieren getesteten Serums ZMapp hatte begonnen, nachdem ein US-Patient offenbar erfolgreich damit behandelt wurde. Der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu hatte am Mittwoch erklärt, er sei in Kontakt mit den US-Behörden, um über eine mögliche Lieferung des Serums zu entscheiden.
Der Gesundheitszustand des US-Arztes Kent Brantly hatte sich nach der Verabreichung des Mittels verbessert. Experten reagierten dennoch skeptisch, da er auch zu jenen 40 Prozent der Ebola-Patienten gehören könnte, die die Erkrankung ohne Behandlung überleben. Gegen die aggressive Fiebererkrankung gibt es bisher kein Heilmittel. Auch Brantlys infizierter Kollegin, die am Mittwoch ebenfalls in die USA geflogen wurde, geht es besser. Sie zeige "ermutigende Zeichen", teilten die Kinder der 59-jährigen US-Patientin mit.
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