Studentin ermordet

Tiroler Richter lassen keine Verhandlung zu

Österreich
03.08.2014 19:00
Daniela K. starb zwei Tage vor ihrem 20. Geburtstag. Zwei Messerstiche töteten die hübsche Waldviertlerin – neun Jahre ist die Tat in einer Telefonzelle in Innsbruck her. Doch der Hauptverdächtige musste dazu nie vor Gericht Stellung beziehen: Geht es nach einem Innsbrucker Richter-Trio wird das auch nie passieren. "Falsch, der Kampf beginnt erst jetzt", sagt der Anwalt von Danielas Eltern.

Was Alfred Boran damit meint, ist schnell erklärt – der Wiener Jurist wagt einen juristischen Schachzug: Er hat eine Zivilklage gegen den aus "gutem Hause" stammenden Hauptverdächtigen, ein Ex-Studienkollegen der Ermordeten, eingebracht. Immerhin war nach seiner Entlassung aus der U-Haft schnell klar, dass es trotz belastender Akten der Beamten des "Cold Case"-Teams wohl zu keinem Strafprozess kommen wird.

Und Boran sollte Recht behalten. "Dem Fortführungsantrag wird nicht stattgegeben", lässt ein Richter-Trio den Eltern der toten Frau in einem 21-seitigen Beschluss ausrichten. Annemarie und Rudolf K. verstehen die Welt nicht mehr. Das Kind tot und der Hauptverdächtige musste nicht einmal vor Geschworenen zu Vorwürfen und belastenden DNA-Spuren Stellung nehmen. Zumindest bis jetzt nicht: Denn das Ermittlungsteam hat ihr letztes Ass auch noch nicht ausgespielt.

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