Eine weltweit einzigartige Sammlung des bekannten österreichisch-britischen Philosophen Sir Karl Popper wurde vor 25 Jahren der Universität Klagenfurt übergeben. Viele Forscher sind seither in der Kärntner Landeshauptstadt auf Besuch.
Das Karl-Popper-Archiv an der Universitätsbibliothek Klagenfurt wurde vor 25 Jahren im Mai 2001 eröffnet. Der österreichisch-britische Philosoph begründete mit seinen Arbeiten zur Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, zur Sozial- und Geschichtsphilosophie sowie zur politischen Philosophie den Kritischen Rationalismus.
Von Queen Elisabeth zum Ritter geschlagen
Popper wurde 1902 in Wien geboren, begann eine Lehre als Tischler und war später mit großer Leidenschaft als Lehrer tätig. Er wollte eine akademische Laufbahn einschlagen, aber das war für eine jüdischen Familie damals in Österreich unmöglich. 1937 ist er mit seiner Frau Hennie nach Neuseeland emigriert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Ehepaar nach London, wo Popper von Queen Elisabeth 1965 zum Ritter geschlagen wurde. Popper hat an der London School of Economics gelehrt. Ihre Urlaube verbrachten sie in den Tiroler Bergen. Ihre Heimat Österreich haben beide sehr geliebt und sie nie vergessen, obwohl sie auf der ganzen Welt unterwegs waren. Wie kam der Draht zur Universität Klagenfurt zustande?
Politiker kauften seinen Nachlass in London
Politische Vertreter des Landes Kärnten und der Regierung kauften einst den Nachlass des 1994 verstorbenen Popper um elf Millionen Schilling bei Sotheby’s in London. Im Mai 1995 wurden der Universität Klagenfurt zum 25-jährigen Bestehen sämtliche Bücher, Zeitschriftenhefte, Sonderdrucke und zahlreiche Manuskripte übergeben. Es handelt sich um eine weltweit einzigartige Sammlung – viele Forscher besuchen die Universität, um Fragen über Poppers Gedankenwelt nachzugehen.
Das Archiv ist weltweit einzigartig
Das Archiv umfasst 205 Bände bibliophiler Literatur des 15. bis 19. Jahrhunderts mit fünf Inkunabeln, 49 Aldinen, 79 Erstausgaben, 744 Ausgaben von Poppers eigenen Werken im Original und Übersetzungen, viele Fachzeitschriften und 460 Archivschachteln mit Kopien seiner Manuskripte, Sonderdrucke, Briefe und Notizen. Die Sammlung beinhaltet nicht nur Poppers eigene Werke, sondern auch seine gesamte Arbeitsbibliothek mit naturwissenschaftlichen Bänden, Belletristik, Kinderbüchern und Expeditionsliteratur. Deshalb suchen auch immer wieder Schüler die Arbeitsbibliothek auf.
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