Auch nach vier Jahren Krieg erwirtschaftet Russland mit Energielieferungen in die EU weiterhin Milliardengewinne. Die Einfuhren von Flüssigerdgas (LNG) haben heuer sogar einen neuen Höchststand erreicht. So stiegen die EU-Importe von russischem LNG im ersten Quartal 2026 im Jahresabstand um 16 Prozent auf 6,9 Mrd. Kubikmeter.
Die größten Importeure sind Frankreich, Spanien und Belgien, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der US-Energiedenkfabrik IEEFA hervor. 2025 machte LNG nach Angaben der EU-Kommission 45 Prozent der gesamten EU-Erdgasimporte aus, der verbleibende Anteil wurde über Pipelines geliefert. Russland bleibt der zweitgrößte LNG-Lieferant der EU, obwohl die EU-Kommission ein Ende russischer Gaslieferungen bis 2027 anstrebt. LNG ist verflüssigtes Erdgas, das per Schiff transportiert wird und an Europas Küsten erneut in Gasform umgewandelt in die Netze eingespeist wird.
Europa weiterhin von russischem Gas abhängig
Insbesondere Frankreich „importierte im ersten Quartal 2026 mehr russisches LNG als jedes andere europäische Land“ und erreichte dabei nach Einschätzung der Denkfabrik im Jänner einen neuen Höchststand, die Europas Abhängigkeit von russischem Gas unterstreicht.
Aber auch LNG aus den USA wird intensiver nach Europa verschifft, sodass die Vereinigten Staaten laut IEEFA „auf dem besten Weg sind, bis 2026 zum wichtigsten Gaslieferanten des Kontinents zu werden“. Bis 2028 könnte die EU der Denkfabrik zufolge 80 Prozent ihrer LNG-Importe aus den USA beziehen.
Expertin: „Europa an beiden Fronten gescheitert“
„Der Übergang Europas von Pipeline-Gas zu LNG sollte eigentlich Versorgungssicherheit und Diversifizierung gewährleisten“, erklärte die IEEFA-Energiespezialistin Ana Maria Jaller-Makarewicz. Doch die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Störungen und eine übermäßige Abhängigkeit von Flüssiggas aus den USA zeigten, „dass Europas Plan an beiden Fronten gescheitert ist“. LNG sei „zur Achillesferse der europäischen Energiesicherheitsstrategie geworden“.
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