20.09.2006 14:30 |

Fettnäpfchen-Hitliste

Zehn Fallstricke, die dich aus dem Job katapultieren

Nicht umsonst existiert das ungeschriebene Gesetz der berühmten 100 Tage, in denen es im neuen Job gilt, fast alles richtig zu machen. Die Duftmarken werden gesetzt, es stellt sich heraus, ob du Respekt entgegenbringst oder die Gefolgschaft verweigerst. Doch nicht nur Einsteiger sollten klug vorgehen: Denn ob man dir auch höhere Weihen zutraut, hängt wesentlich davon ab, die richtigen Signale zu setzen und die fatalsten Fehler zu vermeiden. Ein Buch der Autorin Ursula Kals verrät dir, wie du sicher in deinem Sessel bleibst.

Fettnäpfchen lauern überall! Und je weniger du sie vermutest, desto gefährlicher können sie werden. In den meisten Fällen dauert es sogar mehrere schmerzvolle Jahre, bis du in Sachen ungeschriebener Job-Regeln den Über- bzw. Durchblick findest. Damit du nicht gleich auf den ersten Sprossen deiner Karriereleiter stolperst, hat Ursula Kals, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in ihrem Buch "Zehn Fallstricke. Die fatalsten Fehler, die Sie aus dem Job katapultieren" die klassischen Fußangeln im Berufsleben zusammengefasst (siehe Linkbox).

Die ersten 100 Tage
Ein ungeschriebenes Gesetz beim Jobwechsel lautet, dass die Bewährungsfrist 100 Tage dauert. Es wäre fatal, keine Fragen zu stellen, auf den Kontakt zu Kollegen zu verzichten usw., da Zurückhaltung rasch als Arroganz ausgelegt wird. Hüte dich aber vor allzu großer Vertrautheit (intriganter?) Kollegen. Viel wichtiger ist es, die wahren Führer der Gruppe ausfindig zu machen. Und: halte dich mit Verbesserungsvorschlägen zurück, dafür ist später noch genug Zeit.

Vorsicht vor dem geschriebenen Wort
Wenn du E-Mails, Briefe etc. an Kollegen (oder auch Kunden) schickst, lege jedes Wort auf die goldene Waage, denn der Schuss könnte nach hinten losgehen. Sollte dir ein Ausrutscher unterlaufen, hält der Empfänger den Beleg dafür schwarz auf weiß in Händen. Emotionen sind in einem beruflichen Mail fehl am Platz, probier es lieber mit freundlichen Floskeln und kontrollierter Höflichkeit, niemals aber mit Aggressivität.

Bei Teamarbeit auf der Hut sein
Bei Gruppenprojekten werden Teams oft bunt zusammengewürfelt. Der Trugschluss, dass "es der andere schon machen wird", liegt nahe. Dabei kann passieren, dass die heiklen Aufgaben bei dir hängen bleiben und du dich dafür auch verantworten musst. Verzichte auf Dampfplauderei, stifte keine Unruhe und lass die Finger von Mobbing-Methoden, auch wenn sich ein idealer Sündenbock noch so sehr aufdrängt.

Querulante Kollegen
Mit manchen Zeit- und Bürogenossen wirst du zwangsbeglückt. Um das Beste daraus zu machen, brauchst du eine kühle Strategie, deren oberstes Prinzip es ist, sich nicht von Aggressoren in die Opferrolle drängen zu lassen. Lege dir starke Argumente zurecht, um den Angreifer ruhig und trocken auszukontern. Nur nicht wütend werden und Abstand von den Nörglern halten. Um deine Nerven zu schonen, hilft in manchen Fällen übrigens nur noch die Verdrängung...

Auf Selbstvermarktung nicht verzichten
Es wäre falsch, deine eigene Leistung unter Wert zu verkaufen. Dazu gehört allerdings eine versierte Rhetorik. Achte auf deine Wortwahl und verfalle nicht in einen barbarischen Vorstadt-Sprachmix. Lange Schachtelsätze ermüden auch geeichte Zuhörer, trachte lieber danach, kipp und klar zum Punkt zu kommen. Verzichte auf Ironie und pflege dein äußeres Erscheinungsbild: Eine Rasur zu viel hat noch selten geschadet...

Auch eine Krise ist eine Chance
Früher oder später wirst du in Krisen schlittern. Wenn du dann den Kopf hängen lässt, bist du geliefert. Übe dich in Selbstreflexion, lerne aus den Fehlern und wappne dich so für das nächste Mal. Ebenfalls tödlich: Fehlschläge vertuschen!

Netzwerke aufbauen
Je mehr und je besser du deine Kollegen kennst, desto sicherer sitzt du im Job-Sattel. Kontaktpflege garantiert dir Zugang zum internen Informationsfluss und verhilft dir vielleicht zum entscheidenden Vorsprung einem Konkurrenten gegenüber.

Auf gesunde Distanz gehen
Genauso wichtig wie ein geschicktes Networking ist die Distanz zum Beruf. Wenn du permanent verfügbar bist, Dutzende Überstunden einlegst und dir Wochenenden nicht heilig sind und ständig unter Hochdruck stehst, wird das Burn-out-Syndrom nicht lange auf sich warten lassen. Damit nimmst du dich selber aus dem Rennen.

Timing und Einteilung der Zeit
Der Erfolg mancher Aussagen oder Vorschläge hängt oft vom Timing ab. So ist es durchaus zu empfehlen, Probleme hin und wieder auszusitzen, anstatt noch mehr Verwirrung zu stiften. Was aber nicht heißen soll, unangenehme Aufgaben auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben. Nimm dir für wichtige Dinge mehr Zeit, unwichtige lasse wenn nötig ganz fallen.

Keine falsche Bescheidenheit
Es besteht absolut kein Grund, allen und jedem gefallen zu müssen - das gilt speziell für Frauen, die in von Männern dominierten Berufen tätig sind. Es ist besser, eher über- als unterschätzt zu werden, warum also deine Kompetenz nicht forsch ausspielen, sondern andere die Früchte deiner Arbeit ernten zu lassen?  

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