Am Zeller See wurde Dienstagvormittag eine tonnenschwere Fracht erfolgreich zu Wasser gelassen: Erstmals seit 1907 gleitet jetzt wieder ein Schiff mit E-Antrieb über den See. Der Sondertransport vom Rhein in den Pinzgau lief reibungslos ab. Die Bergbahnen haben mit dem neuen, schnittigen „Flotten-Zuwachs“ jetzt große Pläne.
Der Sondertransport biegt beim Kurpark im Ortsteil Thumersbach ein: Es ist richtig ungemütlich am See bei Dauerregen in aller Früh. Die Seeuferstraße musste wegen der Anlieferung gesperrt werden. Dann verhakt sich plötzlich ein Bolzen. Arbeiter können das Problem lösen.
Das neue Elektroschiff hat eine lange Reise hinter sich. Produziert in einer Werft am Rhein, nahm es zuerst am Wasser Kurs auf Linz und musste dort auf die Straße umgeladen werden. Über Thalgau und einen weiteren Zwischenstopp in Taxenbach ging es dann an den Bestimmungsort.
Der Kran zog die 70 Tonnen schwere Fracht schließlich rund zwei Stunden später in die Höhe und ließ sie in den See gleiten.
„Der See ist für größere Frachten nur schwer zugänglich“, so Schmittenhöhebahn-Vorstand Erich Egger. Deshalb sei die Wahl auf den Kurpark gefallen: „Dort ist der Untergrund felsig und damit stabiler.“ Der Kran musste auf Stahlplatten positioniert werden.
Wir haben große Freude damit. Man muss als Kapitän nicht fürchten, die Distanz mit E-Antrieb nicht zu schaffen. Ein Tag geht sich problemlos aus.

Kapitän Norbert Mayr
Bild: Kerstin Jönsson
Das neue Schiff, das von Porsche Design in Zell am See entworfen wurde, soll nun vor allem für Veranstaltungen und Rundfahrten im Einsatz sein. „Wir statten es mit einer Catering-Küche aus“, so Egger. Noch sind technische Abnahmen nötig. Für Ende Juni ist die Taufe geplant. Welcher Name es wird, ist bisher nicht fix: „Mir fällt jeden Tag ein neuer ein“, lacht Egger.
Am Zeller See fuhr erstes E-Schiff der Monarchie
Der E-Antrieb baut am Zeller See auf vergangenen Zeiten: 1907 war das erste Elektroschiff der Monarchie im Einsatz. Es wurde später umgebaut. Jetzt kommt Flottenzuwachs mit umweltfreundlichem Antrieb. Das neue Schiff kann bis zu acht Stunden in Betrieb sein. Die Schmittenhöhebahn lässt es sich knapp vier Millionen Euro kosten.
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