Hofreitschule

Ermittlungen gegen Ex-Chef Hudler eingestellt

Wirtschaft
12.05.2026 08:38

Viel Lärm um nichts: Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule, Alfred Hudler, nun vollständig eingestellt. Anwälte erheben schwere Vorwürfe in Richtung Ministerium. 

Mit Verfügung vom 5. Mai hat die Staatsanwaltschaft Wien nunmehr auch den letzten Teil des Ermittlungsverfahrens zum Vorwurf der Untreue eingestellt. „Damit endet ein Verfahren, das von Anfang an jeder sachlichen Grundlage entbehrte und für Dr. Alfred Hudler und seine Familie eine enorme persönliche und berufliche Belastung darstellte“, schrieb die Kanzlei von Anwalt Norbert Wess in einer Aussendung am Dienstagmorgen.

„Politisch motiviert“
Das Ermittlungsverfahren basierte auf einer Anzeige des Landwirtschaftsministeriums aus dem Juli 2025, in der vermeintliche Unregelmäßigkeiten bei Spesen- und Dienstreiseabrechnungen dargestellt wurden. Hudler, einst Manager beim Getränkekonzern Ottakringer AG, wies die Vorwürfe stets als „substanzlos und politisch motiviert“ zurück. Monate später stellten Prüfer der PwC fest, dass keine Hinweise „auf systematisch falsche und/oder überhöhte“ Abrechnungen festgestellt werden konnten.

Generalsekretär als Initiator
Eine höchst sonderbare Rolle spielte in dieser öffentlichkeitswirksamen Causa Johannes Abentung, der Generalsekretär im zuständigen Landwirtschaftsministerium, der laut Hudlers Anwälten als Initiator der Strafanzeige gilt – er habe das Ergebnis der Prüfung nicht abgewartet und damals ohne Zustimmung des Aufsichtsrats agiert. Im Zuge des Verfahrens musste auch Abentung vor der Staatsanwaltschaft einräumen, dass kein strafbares Verhalten seitens des Ex-Managers vorliege. 

Hudlers Anwalt Norbert Wess erklärt: „Es ist äußerst bedauerlich, dass Alfred Hudler aufgrund einer voreiligen, falschen und unbegründeten Anzeige über Monate hinweg einer öffentlichen, medial begleiteten Demontage ausgesetzt war, die offenkundig ausschließlich politischen Interessen diente.“

Am Ende dürfte wieder einmal der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Hudler hatte bei der Spanischen Hofreitschule einen Vertrag bis 2027. Eine Klage vor dem Arbeits- und Sozialgericht ist eingebracht. Es geht um eine knappe Million Euro. Gut möglich, dass in diesem Zivilverfahren auch die Spitzen des Landwirtschaftsministeriums im Zeugenstand ihre Rolle erklären werden müssen.

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