Broadcasting in Crisis

“Deep concern…” ORF stars appeal to politicians

Nachrichten
09.05.2026 20:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

A series of scandals has rocked Austrian broadcasting; the Weißmann case is just one of them. After ORF editors protested the conditions online, former—mostly very prominent—employees are now speaking out as well.

They have written an open letter to politicians, signed by longtime ORF luminaries such as Paul Lendvai, Robert Stoppacher, and Gisela Hopfmüller. “We are watching with great concern as trust in the ORF has been shaken. We hear of abuse of power and bullying that go unpunished. Of women who have been harassed, often without consequences,” the letter states.

Clear words
The signatories not only stand behind the active employees but also issue a clear appeal to the parliamentary parties to exert less political influence over public broadcasting. “The ORF must not be a pawn of the parties,” they write. Politicians have “a duty to stay out of matters where they have no say.” 

„Sorge um die Zukunft des ORF“
Der gesamte Wortlaut des Offenen Briefs

„Wir haben jahrzehntelang im ORF gearbeitet, als Reporterinnen und Reporter, Korrespondentinnen und Korrespondenten, Sendungsverantwortliche, Chefredakteurinnen und Chefredakteure, Direktorinnen und Intendanten. Wir hatten das Privileg und die Ehre, das in einer Zeit zu tun, als der ORF von weiten Teilen der Bevölkerung großes Vertrauen genossen hat. Und sind sehr dankbar für diese Zeit und für das Vertrauen, das man uns geschenkt hat. Gerade deshalb können und wollen wir jetzt nicht schweigen.

Mit großer Sorge beobachten wir, wie das Vertrauen in den ORF erschüttert worden ist. Wir hören von Machtmissbrauch und Mobbing, die ohne Konsequenzen bleiben. Von Frauen, die belästigt worden sind, oft ohne Konsequenzen. Von Lobbyisten im Stiftungsrat, die nicht im Sinne des ORF und der Gebührenzahlerinnen und -zahler handeln, sondern für ihre Kundinnen und Kunden und damit für die eigene Gewinnmaximierung. Die Redaktion hat einigen Stiftungsräten bereits ihr Misstrauen ausgesprochen. Auch hier keine Konsequenzen. Wir erlauben uns daher, als ehemalige ORF-Journalistinnen und Journalisten, an die Politik zu appellieren, an die Parteien, die diese Aufsichtsräte eingesetzt hat, die in vier Wochen die Spitze des ORF wählen sollen, an jene Politikerinnen und Politiker, die für die rechtlichen Rahmenbedingungen im ORF zuständig sind, ihre Verantwortung für den ORF wahrzunehmen.

Wir haben Sorge um die Zukunft des ORF. Uns ist ganz klar: Der ORF war auch in unserer Zeit nicht perfekt. Auch wir haben für mehr Unabhängigkeit kämpfen müssen, uns gegen Interventionen gestellt. Und viele ORF-Frauen haben Verbesserungen in der Gleichstellung gegen Widerstände erst erstreiten müssen. Deswegen wollen wir den ORF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch sagen: Wir wissen, was es heißt, wenn man, wie ihr, gegen Missstände aufstehen muss. Wir wollen euch wissen lassen: Wir stehen hinter euch.

Jedes Unternehmen, das so lange besteht, muss einen Erneuerungsprozess durchgehen. Es ist deutlich, dass der ORF jetzt einen Wandel braucht. Wir kennen den ORF. Es braucht jetzt eine Person an der Spitze, die den ORF reformieren kann, die weiß, welche Stärken er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, und wie man diese weiter zum Wohle der Bevölkerung einsetzt. Eine Führungskraft, die auch weiß, welche Schwächen er hat, also wo man ab Tag eins mutig reformieren muss. Das Haus muss von innen erneuert werden. Doch die Politik muss diesen Wandel ermöglichen. Der ORF darf kein Spielball der Parteien sein. Er ist demokratiepolitisch zu wichtig. Mit Blick auf die Vorgänge im Stiftungsrat ein dringender Appell: Der ORF gehört der Bevölkerung. Und sie wird durch die gewählten Parteien vertreten. Die Politik hat also das Recht, da einzugreifen, wo sie Verantwortung trägt und die Pflicht, sich dort heraushalten, wo sie nichts mitzureden hat. Wir haben Vertrauen, dass sie das eine von dem anderen unterscheiden kann.“

Call for change
The appeal to politicians comes in light of the upcoming election of a new ORF leadership in about four weeks, on June 11, by the Board of Trustees.  Since the parties appointed these supervisory board members and are responsible for the legal framework, they are now called upon to “assume their responsibility for the ORF.” Change is needed now, along with “a person at the helm who can reform the ORF.” 

This leader must understand the ORF’s strengths and weaknesses and must “courageously implement reforms from day one.” The broadcaster must “be renewed from within. But politicians must make this change possible,” according to the urgent appeal in the open letter.

Scandals Ripple Out
The scandals at ORF have been spreading ever wider in recent weeks and months. The trigger was the resignation of Director General Roland Weißmann over allegations of sexual harassment. But there are also serious allegations against ORF III program director Peter Schöber. The allegations involve verbal outbursts, bullying, and improper interventions. Most recently, it was revealed that the Vienna Public Prosecutor’s Office has opened a preliminary investigation into ORF manager Pius Strobl. The case involves substantial pension entitlements that are alleged to have been concealed. The ball was set rolling by a complaint filed by Weißmann ...

This article has been automatically translated,
read the original article here.

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