„Hören Sie mir zu!“
Hantavirus: WHO-Chef reist selbst zu Evakuierung
150 Passagiere sitzen nach wie vor an Bord der MV Hondius fest, jetzt erklärt die WHO den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff zur Chefsache: Tedros Adhanom Ghebreyesus, oberster Vertreter der Gesundheitsbehörde, traf am Samstag in Spanien ein.
„Ich bin in Spanien eingetroffen, wo ich mich mit hochrangigen Regierungsvertretern an einer Mission nach Teneriffa beteiligen werde, um die sichere Ausschiffung der Passagiere, Besatzungsmitglieder und Gesundheitsexperten des Kreuzfahrtschiffs ‘MV Hondius‘ zu beaufsichtigen“, erklärte Tedros am Samstag via X (siehe Posting unten).
Nach Angaben aus spanischen Regierungskreisen will Tedros mit Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska und Gesundheitsministerin Mónica García Gómez zu einer Kommandozentrale auf den Kanaren reisen, um die Koordination zwischen den beteiligten Regierungen und die „Anwendung der geplanten Überwachungs- und Maßnahmenprotokolle“ sicherzustellen.
„Das ist kein weiteres COVID-19“
Doch nicht nur seine Ankunft verkündete Tedros auf den sozialen Medien, er richtete auch einen emotionalen Appell an die Bewohner von Teneriffa. „Ich weiß, dass Sie besorgt sind. Ich weiß, dass, wenn Sie das Wort ,Ausbruch oder Epidemie‘ hören und ein Schiff Ihre Küsten ansteuern sehen, Erinnerungen hochkommen, die keiner von uns vollständig überwunden hat. Der Schmerz von 2020 ist immer noch real, und ich bagatellisiere ihn keinen Moment lang. Aber ich brauche, dass Sie mir klar zuhören: Das ist kein weiteres COVID-19. Das aktuelle Risiko für die öffentliche Gesundheit durch den Hantavirus bleibt niedrig.“
Für alle, die beim ersten Blick ob der unüblichen Form an Fake News glauben könnten, richtete er aus: „Ich möchte direkt mit Ihnen sprechen, nicht über Pressemitteilungen oder technische Berichte, sondern von Mensch zu Mensch, weil Sie das verdienen.“
Auch eine klare politische Nachricht baute der WHO-Chef in sein Statement ein: „Viren verstehen nichts von Politik und respektieren keine Grenzen. Die beste Immunität, die wir haben, ist die Solidarität.“
Zuvor hatten Deutschland, Frankreich, Belgien, Irland und die Niederlande Flugzeuge nach Spanien geschickt zur Evakuierung ihrer Staatsangehörigen von dem Kreuzfahrtschiff. Die Europäische Union werde zudem zwei weitere Maschinen für die übrigen EU-Bürger entsenden. Für Passagiere aus Nicht-EU-Staaten, deren Heimatländer keine eigenen Flüge organisieren könnten, bereiteten die USA und Großbritannien Notfallpläne und Transportmöglichkeiten vor.
Die „Hondius“ soll Sonntagfrüh auf Teneriffa ankommen. Auf Drängen der örtlichen Behörden soll das Schiff aus Sicherheitsgründen aber nicht in den kleinen Industriehafen Granadilla de Abona einlaufen, sondern vor der Kanareninsel ankern. Der Großteil der rund 150 Menschen an Bord soll von dort auf einem kleineren Schiff an Land gebracht und dann in Bussen zum Flughafen Teneriffa-Süd gefahren und in ihre Heimatländer geflogen werden.
Laut WHO wurde mittlerweile in sechs von acht Verdachtsfällen eine Infektion mit dem von Mensch zu Mensch übertragbaren Andes-Virusstamm bestätigt. Bisher gab es drei Todesopfer unter den Passagieren. Aktuell, so der Betreiber sowie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, zeige kein weiterer Passagier Symptome.










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