Durch drei Todesfälle auf einem Schiff ist das Hantavirus Gesprächsthema – gerade in der Steiermark. Denn in unserem Bundesland ist die Überträgerin Rötelmaus weit verbreitet, vor allem die Südoststeiermark scheint ihr zu behagen.
Wer sich die Krankheitsstatistik ansieht, wundert sich zunächst: Im Vorjahr gab es in Österreich nur 32 Fälle, 2023 exakt 97, 2021 sogar 233 und auch davor immer wieder hohe Zahlen. „Das ist erklärbar“, weiß Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes. „Denn es hängt mit der Mäusepopulation zusammen. Ist diese hoch, steigen die Krankheitsfälle.“
Und heuer dürfte sie hoch sein, „denn 2025 war ein Jahr mit viel Futterangebot. Viel Futter, viel Nachwuchs, viele Mäuse – die gerne im Inneren von Gebäuden überwintern.“
Deren Hinterlassenschaften rückt man jetzt oft mit Wischmop und Besen zu Leibe. Und das hat Folgen. „Via Kot, Urin und Speichel der Rötelmaus – nicht der Haus- oder Wühlmaus – wird das Virus übertragen. Diese trocknen ein und werden beim Saubermachen, Kehren oder Stallausmisten aufgewirbelt und eingeatmet“, kennt der oberste Hygieniker des Landes, Klaus Vander, die Übertragungswege. „Das kann in einer Garage genauso vorkommen wie auf Dachböden oder im Keller, also überall, wo Rötelmäuse sein können.“
Und gerade in der Steiermark, und hier vor allem im Südosten, gibt es immer wieder Häufungen bei den Erkrankungen.
Das Virus sucht sich dann seine Zielzellen, „vor allem in der Niere“. Und die Folgen können durchaus dramatisch sein: Im schlimmsten Fall stellen diese lebenswichtigen Organe ihre Funktionen ein oder versagen. Wochen, gar Monate auf der Intensivstation können folgen.
Medikament gegen das Hanta-Virus gibt es keines. Vander: „Man kann nur die Symptome bekämpfen und versuchen, das Immunsystem wieder zu stärken.“
Unbedingt schützen!
„Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlichem, hohem Fieber über einige Tage und grippeähnlichen Symptomen wie Muskelschmerzen, Sehstörungen. Rückenschmerzen und Erbrechen können hinzukommen“, erklärt Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl. Der rät: „Bei solchen Arbeiten sollte man sich unbedingt mit FFP2-Maske, Handschuhen und Arbeitskleidung schützen!“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.