Steirer betroffen

Aufpassen! So schützt man sich vor dem Hantavirus

Steiermark
09.05.2026 16:08

Durch drei Todesfälle auf einem Schiff ist das Hantavirus Gesprächsthema – gerade in der Steiermark. Denn in unserem Bundesland ist die Überträgerin Rötelmaus weit verbreitet, vor allem die Südoststeiermark scheint ihr zu behagen.

Wer sich die Krankheitsstatistik ansieht, wundert sich zunächst: Im Vorjahr gab es in Österreich nur 32 Fälle, 2023 exakt 97, 2021 sogar 233 und auch davor immer wieder hohe Zahlen. „Das ist erklärbar“, weiß Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes. „Denn es hängt mit der Mäusepopulation zusammen. Ist diese hoch, steigen die Krankheitsfälle.“

Johannes Gepp
Johannes Gepp(Bild: Naturschutzbund)

 Und heuer dürfte sie hoch sein, „denn 2025 war ein Jahr mit viel Futterangebot. Viel Futter, viel Nachwuchs, viele Mäuse – die gerne im Inneren von Gebäuden überwintern.“

Deren Hinterlassenschaften rückt man jetzt oft mit Wischmop und Besen zu Leibe. Und das hat Folgen. „Via Kot, Urin und Speichel der Rötelmaus – nicht der Haus- oder Wühlmaus – wird das Virus übertragen. Diese trocknen ein und werden beim Saubermachen, Kehren oder Stallausmisten aufgewirbelt und eingeatmet“, kennt der oberste Hygieniker des Landes, Klaus Vander, die Übertragungswege. „Das kann in einer Garage genauso vorkommen wie auf Dachböden oder im Keller, also überall, wo Rötelmäuse sein können.“

Primarius Klaus Vander ist Infektiologe am Uniklinikum Graz
Primarius Klaus Vander ist Infektiologe am Uniklinikum Graz(Bild: Sabine Hoffmann)

Und gerade in der Steiermark, und hier vor allem im Südosten, gibt es immer wieder Häufungen bei den Erkrankungen.

Das Virus sucht sich dann seine Zielzellen, „vor allem in der Niere“. Und die Folgen können durchaus dramatisch sein: Im schlimmsten Fall stellen diese lebenswichtigen Organe ihre Funktionen ein oder versagen. Wochen, gar Monate auf der Intensivstation können folgen.

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl
Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl(Bild: Christian Jauschowetz)

Medikament gegen das Hanta-Virus gibt es keines. Vander: „Man kann nur die Symptome bekämpfen und versuchen, das Immunsystem wieder zu stärken.“

Das Wichtigste in Kürze
Daten und Fakten
  • Das Hantavirus wird nicht von der klassischen Wühlmaus, sondern der Rötelmaus durch Urin und Kot übertragen.
  • Auf besagtem Kreuzfahrtschiff starben drei Menschen, weitere sollen sich angesteckt haben.
  • Hierbei handelt es sich um das Andes-Hantavirus.
  • Dieses hat meist sehr schwere Verläufe, kommt bei uns aber nicht vor.
  • In der Steiermark sind das Puumala-Viren.
  • Es gibt keine Medikamente oder Impfung.
  • Man kann sich schützen: Böden vor dem Reinigen mit Wasser benetzen, FFP2-Maske tragen!

Unbedingt schützen!
„Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlichem, hohem Fieber über einige Tage und grippeähnlichen Symptomen wie Muskelschmerzen, Sehstörungen. Rückenschmerzen und Erbrechen können hinzukommen“, erklärt Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl. Der rät: „Bei solchen Arbeiten sollte man sich unbedingt mit FFP2-Maske, Handschuhen und Arbeitskleidung schützen!“

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