Steirer über Leo XIV.

Ein Jahr Papst: Hart gegen Trump, klar für Frieden

Steiermark
08.05.2026 07:00

Heute vor einem Jahr wurde der US-Amerikaner Robert Francis Prevost zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt. Prominente Steirer ziehen Bilanz über das bisherige Wirken des Papstes und erinnern sich an Begegnungen mit ihm.

Ein Jahr Papst Leo – Zeit, eine erste Bilanz über sein Pontifikat zu ziehen. Welchen Eindruck hat der steirische Diözesanbischof von dem Amerikaner, der seinem Landmann, US-Präsident Donald Trump, vor den Augen der Weltöffentlichkeit so mutig Paroli bietet? Gelegenheiten zu kurzem persönlichem Austausch gab es bereits mehrmals, zur Amtseinführung reiste der Steirer nach Rom.

„Ich habe Leo XIV. unter vier Augen als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe, einer Behörde im Vatikan, kennengelernt“, erzählt Wilhelm Krautwaschl. Der Heilige Vater sei ein aufmerksamer Zuhörer und einer, der seine Positionen bedacht und klar äußere: „Bei mehreren kurzen Begegnungen nach Generalaudienzen habe ich erlebt, dass er ganz da ist. Damit wird deutlich, dass er jede und jeden wirklich ernst nimmt.“

Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl
Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl(Bild: Christian Jauschowetz)

Krautwaschl sieht das Oberhaupt der katholischen Kirche als „Hirten“, der „die große Gruppe der Katholiken in ihren vielfältigen Kulturen, Mentalitäten und Umfeldern im Wachstum genauso wie im Wenigerwerden begleiten“ und auch „den einen oder anderen Anstoß geben“ werde. Und das stets mit dem Blick auf Gott gerichtet.

„Der Krieg ist niemals heilig“
Überaus positiv beurteilt auch die steirische Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler das erste Amtsjahr von Robert Francis Prevost. Der Augustiner sei „ruhig und mit Bedacht“ den Weg von Franziskus weitergegangen, habe aber auch neue Akzente gesetzt: „Im ersten großen Schreiben ,Dilexi te’ hat er an seinen Vorgänger angeschlossen, mit einem klaren Aufruf zu Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Solidarität.“

Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler
Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler(Bild: Christian Jauschowetz)

Die gebürtige Judenburgerin würdigt den Papst als einen Mann, der sich in seinem bisherigen Pontifikat stärker im Dialog zeige und nicht so sehr in Konfrontation gehe. Gleichzeitig versuche er, sowohl Tradition als auch Fortschritt im Blick zu haben. Als besonders wichtig erachtet Tödtling-Musenbichler Leos entschiedenes Eintreten für den Frieden: „Sein unmissverständlicher Satz ,Der Krieg ist niemals heilig, nur der Frieden ist heilig, weil er von Gott gewollt ist’ ist wohltuend für die Kirche weltweit und ein klares Signal an die Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft.“

 Die Caritas-Chefin wünscht sich, „dass der Heilige Vater diesen Weg des Friedens weitergeht und sich für Gerechtigkeit und Solidarität einsetzt“.

„Er ist ein Mensch, der andere wirklich ansieht“
Als „beeindruckend“ bezeichnet Weihbischof Johannes Freitag die drei Begegnungen mit dem Nachfolger des 2025 verstorbenen Franziskus: „Er ist ein Mensch, der andere wirklich ansieht, ihnen Ansehen gibt, sie ernst nimmt und ihnen zuhört. Er reagiert auf Gehörtes, lässt sich ein, fragt nach und gibt aus seiner Wahrnehmung ein paar Gedanken mit auf den Weg. Ich habe den Eindruck, dass er sehr in sich gesammelt ist.“

„Eine tiefe, geerdete Spiritualität“ zeichne Leo ebenso aus wie dessen „innere Ruhe und heitere Gelassenheit“, mit der er seinen Weg gehe. Und diesen beschreitet der Papst unbeirrt – davon ist Johannes Freitag, der auch vor einem Jahr sein Amt als Weihbischof angetreten hat, überzeugt.

„Gerade die letzten Wochen mit ihren Spannungen haben gezeigt, dass sich der Heilige Vater ganz dem Evangelium verbunden weiß und sich daraus unaufgeregt der Botschaft des Friedens verpflichtet sieht. Er hat eine Klarheit, die guttut und manchmal auch Reibung erzeugen kann.“ Als „Stimme für Gerechtigkeit, Friede und Liebe“ sei der „Mann in Weiß“ aber enorm wichtig.

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