Vorarlbergs Grüne wollen verstärkte Maßnahmen im Kampf gegen Rinder-TBC durchsetzen, stoßen aber auf den Widerstand der schwarz-blauen Landesregierung. Landesrat Christian Gantner verteidigt das Vorgehen.
Enttäuscht zeigten sich Vorarlbergs Grüne am Mittwoch über die Entscheidung von Schwarz-Blau, wie es mit der Bekämpfung der Rindertuberkulose im Land weitergehen soll. Die grüne Landwirtschaftssprecherin Christine Bösch-Vetter äußerste ihr Unverständnis über die Strategie des Landes: „ÖVP und FPÖ wollen weitermachen wie bisher. Sie zeigen null Einsicht, wie dramatisch die Situation für die Bäuerinnen und Bauern ist.“
Die Grünen wollen im Rahmen der Krankheitseindämmung vor allem den Ausstieg aus der Wildtierfütterung forcieren, um den Bestand massiv zu regulieren. Sie stützen sich dabei auf eine 2019 von der Universität Bern publizierte Studie zur TBC-Situation in Liechtenstein, der Schweiz und Vorarlberg. In den genannten Nachbarländern würde bereits auf eine solche Fütterung verzichtet. Zudem bemängelt Bösch-Vetter eine fehlende Zusammenarbeit mit den Nachbarländern.
Die Folgen von TBC können für die betroffenen Landwirte dramatisch sein, erklärte sie weiter: „Im heurigen Winter musste ein Bestand in Alberschwende zur Gänze gekeult werden, andere Betriebe in Alberschwende, Bildstein, Dornbirn und Egg waren beziehungsweise sind nach der Tötung von Einzeltieren über Monate gesperrt.“
Der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) bestätigt, dass derzeit fünf Höfe wegen TBC gesperrt sind. Die grüne Kritik will er in dieser Form aber nicht gelten lassen. So wurde das TBC-Bekämpfungsprogramm im Rahmen eines EU-Audits umfassend geprüft – und die Europäischen Kommission hätte diesem Programm ein glattes „Sehr gut“ ausgestellt und keinerlei Verbesserungsempfehlungen abgegeben. Bei der von den Grünen empfohlenen Einstellung der Wildtierfütterung zeigt sich der Landesrat zurückhaltend. Er glaubt, dass der plötzliche Stopp der Fütterung für viele Tiere ein qualvolles Ende bedeuten würde. „Ich wundere mich, dass die Grünen das wollen“, erlaubte er sich einen kleinen Seitenhieb auf den ehemaligen Koalitionspartner. Er setzt auf die derzeit laufende Überarbeitung der Wildökologie-Raumplanung. In diesem Rahmen soll ein Stopp der Fütterung geprüft werden. Der aufwändige Prozess wurde bereits gestartet, mit Ergebnissen kann erst 2027 gerechnet werden.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.