„Krone“-Erfolg:

Neue Stadträtin rettet Gartenidyll in Favoriten

Wien
06.05.2026 11:00

Wiener Wohnen nimmt den Widerruf zurück: Hans Maczejka (86) darf seinen Innenhof-Garten im Gemeindebau in Favoriten behalten. Aus dem Soloprojekt soll ein Gemeinschaftsgarten werden.

Wochenlang bangte Hans Maczejka um sein Lebenswerk. Wiener Wohnen hatte dem 86-Jährigen per Einschreiben die Bittleihe für sein Blumenbeet in der Moritz-Seeler-Gasse widerrufen – Räumung bis 31. Mai, Übernahme am 1. Juni. Doch jetzt die erlösende Wende: Der Widerruf ist vom Tisch, der Pensionist darf seinen Garten im 10. Bezirk weiterhin nutzen und pflegen.

„Ich freue mich sehr, dass mein Garten weiterhin bestehen bleibt und wir gemeinsam weiter daran arbeiten können“, sagt ein sichtlich erleichterter Maczejka. Auch Wiens neue Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) zeigt sich erfreut: „Es ist mir sehr wichtig, dass eine gemeinsame Lösung gefunden wurde. Und der Blumengarten von Herrn Maczejka erhalten bleibt!“

Nachbarn stellen sich hinter den Gärtner
Ausschlaggebend für die Kehrtwende war eine erneute Begehung vor Ort. Dabei präsentierte sich die Anlage in deutlich besserem Zustand als noch bei der Kontrolle im März. Zudem stellten sich mehrere Hausbewohner hinter den betagten Hobbygärtner – und boten an, bei der Pflege künftig tatkräftig mitzuhelfen.

Mehrmals berichtete die „Krone“ über den grünen Gemeindebaugarten, den Hans Maczejka über ...
Mehrmals berichtete die „Krone“ über den grünen Gemeindebaugarten, den Hans Maczejka über Jahrzehnte betreute.(Bild: Martin A. Jöchl)

Genau daraus entwickelte Wiener Wohnen die Idee eines Gemeinschaftsgartens, bei dem die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wird. Das Nachbarschaftsservice Wohnpartner führte bereits am 28. und 29. April erste Gespräche mit den Beteiligten. Hanel-Torsch sieht darin ein Vorbild: „Die großzügigen Grünflächen und Mieter, die sich über Jahre und manchmal Jahrzehnte liebevoll um ihren Garten kümmern, das macht den Charme vieler Gemeindebauten aus.“

Vom Streitfall zum Vorbild für den Gemeindebau
Es gehe aber auch um das Miteinander, betont die Stadträtin: „Dafür ist es manchmal notwendig, Probleme und unterschiedliche Anliegen offen anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Im Gemeindebau sollen sich schließlich alle wohlfühlen.“

Maczejka selbst räumte beim Ortstermin ein, dass ihm schwere Arbeiten wie das Stutzen hoher Hecken körperlich nicht mehr möglich seien. Pflanze für Pflanze wurden notwendige Maßnahmen besprochen – etwa die Entfernung von Jungbäumen, die teils durch Wildwuchs entstanden sind und bei weiterem Wachstum unter das Wiener Baumschutzgesetz fallen würden.

Den Zeitpunkt durfte der 86-Jährige selbst bestimmen: Er entschied sich für den Herbst, nach Ende der Gartensaison. Die dabei anfallenden Kosten übernimmt Wiener Wohnen. Die Stadt hofft, dass der Fall Schule macht: Wer im Gemeindebau ebenfalls ein Beet anlegen möchte, kann sich unter der Servicenummer 05/75 75 75 bei Wiener Wohnen melden.

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