Schlappe vor Gericht für Marius Borg Høiby: Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wollte vor Gericht erwirken lassen, mit Fußfessel aus dem Gefängnis freizukommen. Doch blitzte mit seiner Bitte ab.
Rund eine Stunde lang dauerte am Mittwoch die Anhörung vor Gericht in Oslo, bei der entschieden wurde, ob Marius vorläufig mit Fußfessel freikommen darf. „Es sind strenge Bedingungen, aber er hat damit einen gewissen Grad an Freiheit“, argumentierte der Anwalt des 29-Jährigen. „Er kann dann normaler als im Gefängnis leben.“
„Es ist ein hartes Leben im Gefängnis“
Vor Gericht kam auch Hoiby zu Wort. „Ich sitze im Osloer Gefängnis in Einzelhaft. Ich habe extrem wenig menschlichen Kontakt, zwei oder drei Besuche pro Woche“, schilderte er laut der Zeitung „Verdens Gang“.
Es sei „ziemlich schwer“, diese lange Zeit ohne soziale Kontakte zu leben, erklärte er weiter. „Ich merke, wie mir die Isolation schadet. Ich bin sozial passiv, habe große Probleme mit dem Schlaf und dem Appetit. Tagsüber habe ich wirklich Probleme mit meinem Gedächtnis. Es ist ein hartes Leben im Osloer Gefängnis.“
„Es gibt keine zweite Chance“
Um näher bei Freunden und Familie zu sein, wollte Marius in seiner Wohnung in der Residenz des Kronprinzenpaares auf das für Anfang Juni geplante Urteil warten.
„Was Besuche und Familie angeht, so habe ich einige nahe Familienmitglieder, die eine Krankheit haben, die die Besuche im Gefängnis Oslo etwas schwieriger macht, als wenn ich zu Hause wäre“, erklärte Marius weiter. Die „Luftqualität“ sei schlecht im Gefängnis, argumentierte er. Eine Anspielung auf seine Mutter Mette-Marit, die an einer chronischen Lungenfibrose leidet.
Als der Richter nachfragte, ob Marius verstehe, was passiere, wenn er gegen die Auflagen der Inhaftierung mit Fußfesseln verstoße, erklärte dieser: „Es gibt keine zweite Chance.“ Auch bezüglich seiner Drogenprobleme zeigte sich der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit geläutert. „Ich tue alles, damit ich aus der Zelle kommen kann, ganz einfach. Und auch alles, um nicht mehr dort reinzukommen.“
„Erhebliche Wiederholungsgefahr“
Der Vergewaltigungs-Prozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit war im März zu Ende gegangen. Schon seit Beginn der Verhandlung Anfang Februar sitzt Høiby in U-Haft. Er hatte gegen ein Kontaktverbot in Bezug auf eine Ex-Freundin verstoßen. Einen früheren Antrag auf Freilassung hatte das Gericht mit Verweis auf „die Schwere und den Umfang des Falls sowie die hohe Wiederholungsgefahr“ bereits abgelehnt. Auch die Fußfessel lehnte der zuständige Richter am Mittwoch wegen „erheblicher Wiederholungsgefahr“ ab.
Nach einer Recherche der norwegischen Nachrichtenagentur NTB sitzen aktuell nur zwölf von fast 800 Personen ihre Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel ab. Für Høiby macht das Gericht nun keine dieser seltenen Ausnahmen.
Marius droht lange Haftstrafe
In dem wochenlangen Mammut-Prozess war Høiby in 40 Punkten angeklagt. Allein 20 davon bezogen sich auf eine Ex-Freundin, gegen die ein Kontaktverbot besteht. Dem Norweger werden unter anderem vier Vergewaltigungen vorgeworfen. Die mutmaßlichen Opfer soll Mette-Marits Sohn bei den Taten gefilmt haben.
Die Staatsanwälte hatten zum Ende des Prozesses sieben Jahre und sieben Monate Haft gefordert. Høibys Verteidiger hatten dagegen für eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren plädiert. In Bezug auf die Vergewaltigungs-Anklagen solle er dagegen freigesprochen werden, meinten die Anwälte.
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