Private Initiative

Vorarlberg soll erstes Geburtshaus bekommen

Vorarlberg
04.05.2026 15:05
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Überraschende Entwicklung in Sachen Geburtenstation in Vorarlberg: Nachdem das Land die Station vom Krankenhaus Dornbirn nach Bregenz verlegen will, lässt die IG Geburtskultur wissen, dass sie nun ein eigenes Geburtshaus mit Hebammen aufbauen will. Ein geeignetes Grundstück ist bereits vorhanden.

Pünktlich zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai lässt die IG Geburtskultur a-z mit Neuigkeiten aufhorchen: Mit der vor Kurzem aufgegleisten Kooperation mit der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz (Kreuzschwestern Provinz Europa Mitte) ist die IG ihrem Ziel, in Vorarlberg ein Geburtshaus aufzubauen, nun einen wesentlichen Schritt nähergekommen. Die Barmherzigen Schwestern stellen der IG am Feldkircher Blasenberg ein Grundstück im Baurecht zur Verfügung – für die Verwirklichung eines innovativen Geburtsräume-Konzepts.

Mehr Zufriedenheit und Sicherheit durch Wahlmöglichkeiten
Seit mehr als zehn Jahren setzt sich die gemeinnützige Initiative für die Erweiterung der Wahlmöglichkeiten für Frauen und Familien beim Ort der Geburt ein. Im Unterschied zu anderen Bundesländern und den Nachbarländern verfügt Vorarlberg über kein Geburtshaus, das als Bindeglied zwischen Spitals- und Hausgeburt dient. Für die neun Fachfrauen der IG handelt es sich dabei um eine gravierende Versorgungslücke. Wahlmöglichkeiten führen erwiesenermaßen zu mehr Zufriedenheit und Sicherheit in der Geburtshilfe und entlasten das Gesundheitssystem.

Das Projekt „Raum für Geburt. Am Blasenberg“ setzt auf ein hebammengeleitetes Versorgungsmodell mit ambulanten Geburten, das für gesunde Schwangere international als evidenzbasiert sicher gilt und sehr gute Geburtsausgänge bei geringerer Interventionsrate zeigt, heißt es von der IG. „Geplant ist eine Hebammenpraxis mit Geburtsmöglichkeit und kontinuierlicher Betreuung von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett – in den neuen Räumen oder zu Hause”, sagt Anka Dür, die sowohl als Hebamme wie auch gemeinsam mit Monja Kroetz als Architektin das Projekt gestalten wird.

„Sind enorm dankbar“
„Für uns ist der Standort am Fuße des Blasenbergs ein großes Geschenk“, sagt Projektleiterin Brigitta Soraperra. „Er ist zentral gelegen, und die unmittelbare Nähe zum Landeskrankenhaus Feldkirch gewährleistet zudem eine schnelle Anbindung für die seltenen Fälle, in denen zusätzliche medizinische Unterstützung notwendig wird.“ Die Projektverantwortlichen verstehen sich mit dem Vorhaben in der Tradition der Kreuzschwestern, die sich seit dem Jahr 1870 in Pflege, Bildung und sozialer Fürsorge für alle Menschen – unabhängig von Status, Herkunft und Einkommen – engagieren. „Auch aus diesem Grund sind wir enorm dankbar, dass die Schwestern das Potenzial unseres Projekts erkannt haben und es mit der Bereitstellung des Bauplatzes aktiv unterstützen werden“, freut sich Soraperra. „Wo sie mit dem Alten-, Wohn- und Pflegeheim Antoniushaus die würdevolle Begleitung am Lebensende verfolgen, steht für uns ein achtsamer und selbstbestimmter Beginn des Lebens im Fokus. Beides gehört zusammen.“

Das Projekt startet just in einer Phase des Umbaus, denn wie berichtet reformiert das Land gerade die Spitalslandschaft. Eine der Maßnahmen ist die Verlegung der Geburtenstation von Dornbirn nach Bregenz, was zu massiven Protesten geführt hat. Sogar ein Volksbegehren wurde deswegen in die Wege geleitet. Bis 10. Juni kann dieses noch unterzeichnet werden.  

Investoren gesucht
Auch wenn die Kosten für den Standort am Blasenberg gering gehalten werden können, steht den Projektinitiatorinnen doch noch ein gewaltiger  Kraftakt bevor, denn sie müssen nun mehr als 1,5 Millionen Euro für die Realisierung der geplanten drei Baukörper aufbringen. „Wir suchen deshalb begeisterungsfähige Geldgebende, die gemeinsam mit uns diese Versorgungslücke schließen und junge Familien in Vorarlberg unterstützen wollen“, sagt Anka Dür. „Unserem Projekt liegt ein innovatives architektonisches Konzept zugrunde, das das gesundheitsfördernde Potenzial von Räumen gezielt nutzt. Investoren und Investorinnen machen damit ein zukunftsweisendes Gesundheitsprojekt möglich, mit Ausstrahlungskraft weit über die Region hinaus“, erklärt die auf Geburtsräume spezialisierte Architektin. Zudem wird für die Umsetzung eine Genossenschaft gegründet, die als Bauherrin agiert, denn „dieses Projekt soll von der Gemeinschaft getragen werden“, sind sich die engagierten Fachfrauen der IG Geburtskultur a-z einig.

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