„Akute Herzprobleme“

Inhaftierte Nobelpreisträgerin auf Intensivstation

Ausland
02.05.2026 20:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die inhaftierte iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist wegen akuter Herzprobleme auf die Intensivstation verlegt worden. Ihre Beschwerden hätten sich nach der Einlieferung in das Spital verschlimmert, berichtete ihr Umfeld am Samstag auf X. 

Die 54-Jährige befindet sich derzeit in einem Krankenhaus in Zanjan im Nordwesten des Irans, wo sie auch inhaftiert ist.

Forderung nach Verlegung nach Teherwan
Sie leide unter anhaltend instabilen Blutdruckwerten sowie starker Übelkeit, hieß es. Laut ihrer Stiftung ist das medizinische Personal dort jedoch nicht ausreichend mit ihrer Krankengeschichte vertraut. Für Behandlungen müsse sie dringend nach Teheran verlegt und von ihrem eigenen Fachärzteteam betreut werden.

Mohammadis Anwalt, Mostafa Nili, erklärte, die Aktivistin leide seit längerem an Herzrhythmusstörungen. Am Freitag sei sie nach starken Brustschmerzen zusammengebrochen und daraufhin vom Zentralgefängnis Zanjan ins Krankenhaus gebracht worden.

Familie berichtet von Schwäche und Herzinfarkt
Bereits im April hieß es von Mohammadis Bruder, Hamid-Reza Mohammadi, ihr Gesundheitszustand sei besorgniserregend. Nach einem Herzinfarkt Ende März sei sie stark geschwächt und habe deutlich an Gewicht verloren. Die Familie äußerte große Sorge, insbesondere aufgrund der unzureichenden medizinischen Versorgung im Gefängnis.

Mohammadi, die 2023 für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen die Todesstrafe in Iran mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist, ist im Zentralgefängnis von Zanjan inhaftiert. Anfang Februar wurde sie laut ihres Anwalts erneut zu mehreren Jahren Haft wegen Verschwörung und propagandistischer Tätigkeit verurteilt. Zudem gilt für sie ein zweijähriges Ausreiseverbot.

Einlieferung „in letzter Minute“
Mohammadis Familie beschrieb die Krankenhauseinlieferung laut der Stiftung als „Aktion in letzter Minute“, die sich als zu spät erweisen könnte. Mohammadis Anwalt Mostafa Nili erklärte im Onlinedienst X, nach einem plötzlichen Absacken ihres Blutdrucks habe seine Mandantin ihre Verlegung ins Krankenhaus zunächst abgelehnt wegen vorheriger Warnungen von medizinischen Fachkräften, die Klinik in Zanjan sei für die Behandlung ihrer Leiden nicht geeignet.

  Nach einem zweiten Zusammenbruch und einer weiteren Verschlechterung ihres Gesundheitszustands sei sie jedoch dort eingeliefert worden. „Laut dem Neurologen ist die Behandlung ihrer neurologischen Probleme trotz ihrer ernsten Herzprobleme derzeit Behandlungspriorität“, führte der Anwalt aus.

Einsatz gegen Kopftuchzwang und Todesstrafe
Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht. 2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.

Im Dezember 2024 war Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis entlassen worden – dies sei aber nur vorübergehend, wurde damals betont. Im Dezember wurde sie in der ostiranischen Stadt Mashhad erneut festgenommen, weil sie bei einer Beerdigung Irans geistliche Führer kritisiert hatte. Nach einem Herzinfarkt Mohammadis im März hatten ihre Familie und ihre Anwälte bereits Mitte April gewarnt, dass sie in Lebensgefahr schwebe.

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