An der Gebirgsfront

Osttiroler Schütze schuf sich steinernes Denkmal

Kärnten
04.05.2026 17:01

Der Osttiroler Blasius Kreuzer verewigte sich beim Frontdienst im Fels: Zu den in Stein gemeißelten Daten nahe dem Klapfsee in Obertilliach soll künftig ein Hinweisschild führen.

Da bei der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn im Mai 1915 beinahe alle Streitkräfte an der Ostfront standen, mussten andere die Landesgrenze verteidigen: Standschützen wurden herangezogen, auch junge Burschen, teils „kaum der Volksschule entwachsen“, wie Historiker Egon Kühebacher weiß, Väter, deren Söhne an der Ostfront waren, Gymnasialschüler, Greise, sogar Invaliden – das letzte Tiroler Aufgebot. Zu ihnen gehörte Blasius Kreuzer (1879 in Leisach-1958 in Lavant; siehe Portraitfoto oben).

Für die Ewigkeit in Stein gemeißelt
Nahe dem Klapfsee in Obertilliach gewährte ein Fels Schutz vor Beschuss. Dort war ein Beleuchtungsstand eingerichtet, von dem aus das Kampfgebiet ausgeleuchtet wurde. Die Zeiten des Wartens, die im Soldatenleben nicht ausbleiben, nutzte Blasius Kreuzer auf seine Art: In mühevoller Arbeit schlug er seinen Namen, seine Herkunft (aus Lienz in Tirol) und die Jahreszahlen 1916-1917 in den Fels. „Erst vor zehn Jahren, bei einer Sitzung mit dem Bezirksforstmeister, haben Kreuzers Nachfahren von dem Stein und der Inschrift erfahren“, weiß der Obertilliacher Chronist Michael Annewanter.

Blasius Kreuzer war dreimal verheiratet, denn seine ersten beiden Frauen starben früh. Mit ihnen lebte er in Lienz, mit der dritten Frau in Lavant, wo am Simiter-Hof noch seine Nachfahren leben.

An der Abzweigung zum Stein soll heuer ein Hinweisschild aufgestellt werden.

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