2023 haben sie ihr interdisziplinäres Projekt im Zeichen der Weltliteratin aus Klagenfurt aus der Taufe gehoben. Nun reloaden Susanne Kubelka und Dirk Schilling Ingeborg Bachmann.
Auf der Heunburg haben sie Bachmann-Gedichte und ihre Erzählung „Undine geht“ voller Poesie und Schönheit traumschwer umfangen – für eine bejubelte Uraufführung an der Nahtstelle von Theater, Musik und bildender Kunst, in der Dirk Schillings assoziativ-emotionale Musik im Spannungsfeld von Freiheit, Krieg, Ohnmacht, Anklage, Lüge, Wahrheit, Tod und Sehnsucht voller Rhythmik und Dynamik pulsierte. Worte zum Klingen und Musik zum Erzählen bringen Kubelka und Schilling nun erneut, wenn sie für „Bachmann reloaded“ 15 Gedichte in Lieder transkribieren und damit „zum eigenen musikalischen Ort machen.“
Bachmann-Verdichtungen
Dahinter steht die Idee „eine Komposition zu entwickeln, die Ingeborg Bachmanns Gedichte erstmals in ein gesammeltes musikalisches Werk übersetzt“, so das kunstsinnige Duo, das übrigens auch privat ein Paar ist. Müßig zu erwähnen, dass sich die klingenden Bachmann-Verdichtungen in den Jahren zum nuancierten Gesamtkunstwerk weiterentwickelt haben, das mit Gesang, E-Gitarre, Keyboard, Bass und Trommeln hörenswert zwischen Chanson und Avantgarde changiert.
„Dunkles Erinnern“: Mehr als 200 von den Nazis ermordete Kinder hat Manfred Bockelmann bislang gezeichnet und sie damit dem Vergessen entrissen. Jahrelang hat Germanist und Historiker Heiner Hammerschlag daran gearbeitet, „Geschichte und Geschichten des Kinder-Holocaust-Projekts „Zeichnen gegen das Vergessen“ in Buchform zu fassen. Am 4. Mai (18 Uhr) wird „Dunkles Erinnern“ (Drava Verlag) auf der Klagenfurter Uni (Oman-Saal) präsentiert, die dazugehörige Ausstellung ist bis 17. Mai im Eingangsbereich zu sehen.
„Ingeborg Bachmanns Gedichte tragen eine musikalische Wucht in sich, die so federleicht zu erfassen ist, dass ihre Vertonungen beinahe von selbst herausfließen. Die Themen ihrer Lyrik, voll von naturgewaltigen Bildern und Gegenden jenseits des Greifbaren, steigen augenblicklich ein in tiefste menschliche Fragen, ohne Zögern.
Frau in einer männlich dominierten Gesellschaft
Ihre Haltung und ihr Fordern als Frau in einer männlich dominierten Gesellschaft sind hochmodern und im Kontext ihrer Zeit waghalsig und extrem mutig. Bachmanns lyrisches Schaffen in all seinen leuchtenden Farben durch Musik im Heute auf wieder andere Weise erfahrbar zu machen, ist eines der Anliegen unseres Projektes“, so Kubelka/Schilling unisono.
Nachzuhören am 29. Mai (20 Uhr) im Container 25 (ST. Michael bei Wolfsberg), Tickets: kaernten.live
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