Noch bis Sonntag stehen in Linz im Haus an der Mozartstraße Nr. 4 zauberhafte Omas vor und hinter dem Tresen. Sie backen, plaudern und zeigen den Besuchern, wie gut Generationen einander tun können. Und es geht auch um den Kampf gegen drohende Einsamkeit und Armut.
Kaffeeduft, Kuchenvitrinen und viel gelebte Herzlichkeit: Im Pop-up-Generationencafé der Vollpension in der Mozartstraße arbeiten ältere Menschen gemeinsam mit Jüngeren – sie backen, servieren und kommen mit Gästen ins Gespräch. Noch bis Sonntag verwandelt sich die einstige Sewa-Filiale in eine Mischung aus Wohnzimmer, Kaffeehaus und Begegnungszone zwischen den Generationen.
„Es hilft gegen drohende Einsamkeit“
Schon beim Eintreten wird klar: Hier geht es um mehr als Kaffee und Kuchen. Frau Doris (72) und Frau Marianne (81), an diesem Tag die „Omas vom Dienst“, empfangen die Gäste mit einer Herzlichkeit, die man nicht spielen kann. Sie erklären den Ablauf, plaudern ein wenig aus dem Nähkästchen – und geben damit gleich einen ehrlichen Einblick in das Konzept hinter der Vollpension. Dass sie und ihre Kolleginnen sich mit fünf oder zehn Stunden Arbeit ihre Pension aufbessern, erzählen sie ganz selbstverständlich. Viel wichtiger aber: „Es ist eine total herzerwärmende Arbeit – und sie hilft gegen die drohende Einsamkeit.“
„Noch nie soviel Anerkennung bekommen“
Hinter dem Tresen duftet es nach Kindheit. Schneewittchen-, Karotten-, Joghurt-Erdbeer- oder Eierlikörtorte lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Backoma Ulli strahlt, während sie erzählt: „Ich hab schon immer gern gebacken – schon mit 13 Jahren Sachertorte mit Glasur.“ Heute sorgt sie für süße Versuchungen und findet in der Vollpension etwas, das weit über das Backen hinausgeht: „Ich habe noch nie zuvor so viel Anerkennung bekommen für das, was ich tue.“
Arbeitsplätze für armutsgefährdete Senioren
Besonders die Zusammenarbeit mit den jungen Kollegen bereitet ihr große Freude – ein gelebtes Miteinander, das man hier nicht erklären muss, sondern einfach spürt. Genau darum geht es auch: Die Vollpension schafft seit 2012 Arbeitsplätze für Senioren – vor allem für Menschen, die von Altersarmut oder Einsamkeit betroffen sind. In Wien arbeiten mittlerweile rund 55 ältere Menschen in den beiden Cafés. Insgesamt wurden über eine Million Gäste bewirtet, mehr als 50.000 Kuchen gebacken und über 2,3 Millionen Euro an Zuverdienst ermöglicht. Zahlen, die beeindrucken.
Fixer Standort in OÖ angedacht
„Wir würden uns natürlich freuen, wenn es künftig auch einen Standort in Linz gäbe“, betonen Geschäftsführer Manuel Gruber und Leiterin Karin Hermann-Arnold, eine gebürtige Oberösterreicherin. Letztere fügt an: „Wir bräuchten rund 200 m², einen Gastgarten und einen Franchisenehmer.“ Interessierte Backomas gäbe es genug, in Wien hätten sich zuletzt über 300 beworben.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.