Exportland Vorarlberg

Handelsbilanzüberschuss auf Rekordniveau

Vorarlberg
03.01.2026 16:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der Vorarlberger Außenhandelsbericht für das erste Halbjahr 2025 lässt zwei Rückschlüsse zu: Zum einen zeigt sich eine Stabilisierung, zum anderen erweist sich die Exportwirtschaft im Ländle als sehr robust.

Ist das Schlimmste überstanden? Der von der Landesstelle für Statistik vorgelegte Außenhandelsbericht für das erste Halbjahr 2025 lässt zumindest darauf hoffen. Nach mittlerweile dreijähriger Rezession hat sich die Lage stabilisiert: Die Exporte lagen mit 6,584 Milliarden Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 Prozent), die Importe sanken um 1,4 Prozent auf 4,584 Milliarden Euro. Daraus errechnet sich ein Handelsbilanzüberschuss von genau zwei Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert. „Die Vorarlberger Wirtschaft hat sich als robust und anpassungsfähig erwiesen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass wir vorsichtig optimistisch nach vorne blicken können“, gibt sich Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zuversichtlich.

Die Nummer 1 in Österreich
Dabei hatte die Außenwirtschaft auch im ersten Halbjahr 2025 mit den bekannten Herausforderungen – Energiekrise, steigende Preise, eine abgeschwächte Konjunktur und Fachkräftemangel – zu kämpfen, dennoch hielten sich die Auswirkungen auf den Warenverkehr in Grenzen. Von der Resilienz des Standorts Vorarlberg zeugt auch der Vergleich mit anderen Bundesländern: „Vorarlberg ist im Bundesländervergleich beim Pro-Kopf-Exportwert weiterhin auf Platz 1 und belegt nun auch beim Handelsbilanzüberschuss den Spitzenplatz“, betont Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP).

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Vorarlberg ist im Bundesländervergleich beim Pro-Kopf-Exportwert weiterhin auf Platz 1 und belegt nun auch beim Handelsbilanzüberschuss den Spitzenplatz

Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP)

Wettbewerbsfähigkeit hat gelitten
Fakt bleibt aber: In Sachen Wettbewerbsfähigkeit ist Vorarlberg in den vergangenen Jahren zurückgefallen, so wie in ganz Österreich sind die Lohnstückkosten deutlich stärker gestiegen als im europäischen Schnitt. Umso wichtiger sei es daher, die Rahmenbedingungen zu verbessern und vor allem auch neue Märkte zu erschließen, betont Wirtschaftskammerpräsident Karlheinz Kopf: „Internationale Märkte sind keine Selbstläufer. Vorarlbergs beachtlichen Exportzahlen in schwierigen Zeiten basieren auf großem unternehmerischem Einsatz. Die Politik muss handeln, um für diese Unternehmen Freihandelsabkommen wie Mercosur zu fördern und den weltweiten Marktzugang zu erleichtern. Diese Chance nicht zu nutzen, wäre mehr als fahrlässig.“ Politik und bäuerliche Interessenvertretungen seien gefordert, ihre Blockadehaltungen bezüglich des Freihandelspakts mit Südamerika endlich aufzugeben: „Die Diskussion darf nicht auf einzelne Agrarprodukte oder ein paar Kilo Fleisch reduziert werden“, spricht Kopf Klartext.

EU mit riesigem Abstand wichtigster Markt
Auch aus der Außenhandelsbilanz kann abgelesen werden, dass es derzeit für die Vorarlberger Exportunternehmen keinen richtigen Wachstumsmarkt gibt. Rund 59 Prozent der Exporte und zwei Drittel der Importe entfallen auf die Mitgliedstaaten der EU, wobei Deutschland mit einem Anteil von 28 Prozent am Gesamtexportvolumen und 37 Prozent am Importvolumen der mit Abstand wichtigste Handelspartner bleibt. Auf Platz zwei und drei folgen die Schweiz und die USA.

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