Einsamkeit ist das große Thema unserer Zeit. Großbritannien hat sogar ein eigenes Ministerium gegen Einsamkeit eingerichtet. Auch in Österreich fühlen sich nach einer Studie bis zu 700.000 Menschen häufig alleine. Ein guter Kontakt zu Nachbarn kann dagegen helfen.
Doch wie gut kennen die Wiener ihre unmittelbaren Nachbarn überhaupt? Sind Großstädter sogar zur Anonymität verdammt? Mehr als 1000 Menschen hat das Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IfDD) im Aufrag der „Krone“ befragt.
Das Ergebnis ist ermunternd: Jeder Vierte (24%) hat demnach sehr gute Kontakte zu den Menschen um sie herum. Weitere 39% sagen, sie würden ihre Nachbarn eher gut kennen. Umgekehrt: Lediglich 4% wissen nicht, welche Leute sich in ihrer unmittelbaren Umgebung herumtreiben. Jeder Dritte (33%) hat ein distanziertes Verhältnis bzw. kennt seine Nachbarschaft wenig.
Jüngere meiden Kontakt eher
Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Mit unangenehmen Zeitgenossen möchte sich niemand gerne abgeben. Was überraschen mag: Bei Jüngeren (63%) und Grün-Wählern (47%) ist die Scheu vor dem Nächsten am stärksten ausgeprägt. Neos- (85%) und SPÖ-Anhänger (67%) haben demnach die wenigsten Berührungsängste.
Kaum Unterschiede gibt es bei Männern und Frauen. 63% bzw. 64% der Befragten kennen ihre Nachbarn sehr gut oder eher gut.
Am Land ist Kontakt enger
Große Unterschiede gibt es jedoch im Stadt-Land-Vergleich. Denn laut einer Marketagent-Studie aus dem Jahr 2025 ist das Verhältnis zu den Nachbarn österreichweit nirgends so distanziert wie in Wien. Auch international ist ein Stadt-Land-Gefälle zu beobachten.
Denn während in Wien nur 24 Prozent ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn pflegen, sind es in Salzburg 79%. Auch in Niederösterreich und im Burgenland sind es über 70%. Wenn man sich nicht kennt, ist auch das Konfliktpotenzial höher – in Großstädten über 100.000 Einwohnern fühlt sich ein Viertel durch die Nachbarn gestört, vor allem durch Lärm und Gerüche.
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