Neuland in Österreich

Diese leere Kirche wird jetzt zu Sportler-Paradies

Tirol
03.05.2026 07:00

Die Entscheidung der Diözese Innsbruck hat über die Grenzen Tirols hinaus für Aufsehen gesorgt. Eine Kirche, die zu einem Tempel für Sportler umgebaut wird. Beim Lokalaugenschein der „Krone“ erklärt der Betreiber, was dieses Projekt so außergewöhnlich macht.  

Das Gotteshaus Petrus Canisius in der Höttinger Au im Westen von Innsbruck. Dort wird bereits fleißig gewerkt. Denn im Spätherbst soll die denkmalgeschützte Kirche als Boulderhalle für Kletterer wiedereröffnet werden.

„Die Herausforderungen sind schon enorm. Schließlich gibt es so etwas in Österreich noch nicht und der Denkmalschutz bedarf zusätzlicher Kreativität“, meint Unternehmer Guntram Mattle, Mastermind und Finanzier des außergewöhnlichen Projekts. Beim Lokalaugenschein der „Krone“ steht Mattle mitten im bereits leer geräumten Kirchenraum. Nur der Altar ist noch da. „Das wird so bleiben“, erklärt Mattle, „auch in Zukunft können Messfeiern stattfinden.“

Vor der Tür deutet nichts auf die fundamentale Verwandlung im Inneren hin.
Vor der Tür deutet nichts auf die fundamentale Verwandlung im Inneren hin.(Bild: Christof Birbaumer)

Rund 600 Quadratmeter Spielwiese für Sportler
Der Rest des rund 600 Quadratmeter großen Kirchenraums wird zur Spielwiese für Sportler. „Wenn nichts dazwischenkommt, starten wir im Juni mit dem Einbau der Boulderwände“, zeigt sich Mattle zuversichtlich. So viel Optimismus hatte der Betreiber von Boulderhallen in Dornbirn, Rankweil und Imst nicht immer. „Es gab Momente, da schien das Projekt einfach zu utopisch“, erinnert sich der Unternehmer. Schon in seiner Studienzeit in Innsbruck wälzte Mattle erste Ideen für eine Boulderhalle. Quadratisch, praktisch, gut lautete damals der Anspruch. Zehn Jahre später tat sich die Jahrhundertchance mit der Kirche auf.

Diözese offen, aber der Abschied fiel schwer
Die Diözese – allen voran Bischof Hermann Glettler – zeigte sich offen für das Projekt. In Zeiten rasch schwindender Besucherzahlen bei Gottesdiensten wird die Aufrechterhaltung von Pfarren samt eigener Kirche zur Herkulesaufgabe. Nicht weniger schwierig erwies sich jedoch der Abschied für die Petrus-Canisius-Gemeinde.

Projektbetreiber Guntram Mattle vor dem Altar. Dieser bleibt, rundherum werden die Boulderwände ...
Projektbetreiber Guntram Mattle vor dem Altar. Dieser bleibt, rundherum werden die Boulderwände hochgezogen.(Bild: Christof Birbaumer)
Die Visualisierung zeigt, wie die Boulderhalle mit Galerie später aussehen wird.
Die Visualisierung zeigt, wie die Boulderhalle mit Galerie später aussehen wird.(Bild: Christof Birbaumer)

Investition im Bereich von 2,5 Millionen Euro
„Uns ist bewusst, dass es für alle kein einfacher Schritt war“, konstatiert Mattle. Auch für Stadt und Denkmalamt ist das Projekt eine Mutprobe: 600 Quadratmeter Boulderfläche, Zuschauergalerie, „Fitness-Inseln“, ein eigener Kinderbereich und Gastronomie mit Anschluss an den Innradweg und den vorgelagerten Park. Das hat allen viel Vorstellungskraft abverlangt.

Projektbetreiber Mattle hat die Jahrhundertchance viel Geld gekostet. Er spricht von einem Investment in der Größenordnung von 2,5 Millionen. Euro. „Andere Boulderhallen waren mit 600.000 Euro realisiert“, zieht er einen Vergleich. Bereut hat Mattle den Schritt nicht. Im Spätherbst wird er wissen, ob er mit der Kletterkirche den Nerv der Zeit getroffen hat.

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