Von der kleinen Ortschaft Suldis führt eine kurze, aber abwechslungsreiche Tour zum Aussichtspunkt „Vita Schrofen“. Schon auf dem Weg dorthin eröffnen sich wunderbare Weitblicke in Richtung Walgau und Rheintal.
Suldis ist ein Ortsteil von Batschuns in der Gemeinde Zwischenwasser und liegt auf etwa 850 Metern Seehöhe. Die kleine Siedlung befindet sich oberhalb des Rheintals am Rande des vorderen Bregenzerwaldes und zeichnet sich durch ihre ruhige, naturnahe Umgebung aus. Anders als ein klassisch angeordnetes Dorf handelt es sich bei Suldis um eine locker bebaute Hanglage mit einzelnen Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Höfen, die sich über das Gebiet verteilen. Die erhöhte Lage eröffnet weite Ausblicke in Richtung Walgau und Rheintal und macht den Ort zugleich zu einem angenehmen Rückzugsraum abseits dichter Besiedlung.
Typ: abwechslungsreiche Rundwanderung
Dauer: zweieinhalb Stunden
Anstieg: gut 300 Höhenmeter
Startpunkt: Bushaltestelle „Gelber Schrofen“
Ausrüstung: Wander-/Laufschuhe mit guter Profilsohle, Wanderstöcke bei Bedarf, dem Wetter angepasste Kleidung
Einkehrmöglichkeiten: Peterhof (Furx unweit des Vita Schrofen)
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 495 (ab Rankweil Bahnhof bis Batschuns Gelber Schrofen)
Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen
Die Umgebung von Suldis ist geprägt von einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft aus Wiesen, Wäldern und kleinen Tobeln, die durch eiszeitliche Prozesse geformt wurden. In unmittelbarer Nähe liegt das Naturschutzgebiet Amatlina-Vita, ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Das Gebiet wurde bereits 1991 unter Schutz gestellt und umfasst rund 48 Hektar. Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Lebensräume: Es handelt sich nicht um ein einheitliches Biotop, sondern um ein kleinteiliges Mosaik aus Streuwiesen, mageren Wiesen, Waldflächen, Gebüschen sowie einzelnen Baumgruppen.
Einen wichtigen Anteil an der Artenvielfalt haben feuchte bis moorige Böden. Diese sogenannten Hanggley- und Moorstandorte entstehen durch Wasser, das sich im Untergrund staut oder langsam durchsickert. Dadurch entwickeln sich hoch spezialisierte Pflanzengesellschaften, die oft empfindlich auf Veränderungen reagieren. Typisch für diese Lebensräume sind Pflanzen wie das gefleckte Knabenkraut, Arnika oder Wollgras, während in feuchteren Bereichen auch Fieberklee vorkommt. Die artenreichen Wiesen bieten zudem Lebensraum für zahlreiche Insekten wie den Perlmuttfalter oder verschiedene Bläulinge. In den feuchten Zonen finden Amphibien wie der Grasfrosch und der Bergmolch geeignete Bedingungen, während strukturreiche Hecken und Waldränder Vogelarten wie dem Neuntöter Lebensraum bieten.
Das Männliches Knabenkraut ist eine heimische Orchideenart, die vor allem in extensiv genutzten Wiesen, lichten Wäldern und an Waldrändern vorkommt. Es bevorzugt kalkhaltige, eher nährstoffarme Böden und ist häufig in Mittelgebirgslagen und im Alpenraum anzutreffen. Im Frühjahr fällt das Knabenkraut durch seine kräftig purpur- bis violettfarbenen Blüten auf, die in einem dichten Blütenstand angeordnet sind. Die Blütezeit reicht in der Regel von April bis Juni, wobei sie stark von der Höhenlage und den klimatischen Bedingungen abhängt. Bestäubt wird das Männliche Knabenkraut vor allem von Insekten wie Bienen und Hummeln. Der Name der Pflanze geht auf die zwei knollenartigen Wurzelorgane zurück, die an Hoden erinnern. Heute steht die Art in vielen Regionen unter Schutz, da ihre Lebensräume durch intensive Landwirtschaft, Düngung und Flächenverlust zunehmend zurückgehen. Ihr Vorkommen gilt daher oft als Hinweis auf naturnahe, extensiv bewirtschaftete Landschaften mit hoher ökologischer Qualität.
Fantastische Aussicht auf das Rheintal
Gleichzeitig ist Suldis ein Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen, etwa in Richtung Furx oder zum „Vita Schrofen“. Letzterer bietet sich als Ziel für eine abwechslungsreiche kleine Tour an. Die Route verläuft zunächst durch die kleine Ortschaft, wobei man den Wegweisern in Richtung „Alpwegkopf“ folgt. Anfangs geht es noch gemütlich flach dahin, doch bald kommt der erste steilere Abschnitt, welcher durch einen Wald führt. Vorbei an der geschindelten Kapelle biegt man danach auf den Pfad bergwärts in Richtung „Vita Schrofen“ ab. Es geht über magere Bergwiesen, auf denen bereits der stängellose Enzian sowie der Frühlings-Enzian blühen. Bereits jetzt hat man eine fantastische Aussicht auf das Rheintal und die Schweizer Berge im Hintergrund. Es geht nun über Wiesen- und Waldpfade immer weiter bergan bis zum Aussichtspunkt „Vita Schrofen“. Der Rundweg führt weiter in Richtung Skigebiet Furx. Beim Peterhof lädt die Sonnenterrasse zu einer Einkehr ein. Danach kann man gestärkt über die idyllisch gelegene Baualpe retour nach Suldis wandern.
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