Beschäftigte sollen ab 2028 weniger teuer sein. Während die Wirtschaftskammer jubelt, sind Arbeitervertreter unzufrieden.
Die Lohnnebenkosten sind in Österreich hoch – Stand 2026 sind es genau 29,21 Prozent. Am Montag wurde beschlossen, dass diese bis 2028 auf 28,21 Prozent gesenkt werden sollen. Für Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, ein lange erwartetes und richtiges Signal an die Unternehmer. Für sie kann es gar nicht schnell genug gehen: „Ein Wermutstropfen bleibt, dass die Entlastung nicht schon 2027 kommt“, so Hummer.
Ziel Senkung auf deutsches Niveau
Man könne die Nebenkosten auch ohne verlängerte Bankenabgabe und erhöhte Körperschaftssteuer noch weiter senken – das langfristige Ziel sei eine Senkung um fünf Prozentpunkte, um auf das Niveau Deutschlands zu kommen. Schon jetzt erhofft man sich stärkere Investitionen durch Unternehmen sowie gestiegene Kaufkraft und eine niedrigere Arbeitslosigkeit. Finanziert werden soll das etwa durch ein höheres Pensionsantrittsalter und Einsparungen bei Gesundheit, Pensionen, Soziales und Verwaltung.
Unzufriedenheit bei Arbeiterkammer
Arbeiterkammer-OÖ-Präsident Andreas Stangl ist alles andere als erfreut: „Es wäre das erste Mal, dass Arbeitnehmer von einer Lohnnebenkostensenkung profitieren – die großen Milliarden sind immer bei den Arbeitgebern hängen geblieben.“ Dass Beschäftigte von niedrigeren Arbeitskosten profitieren, sei ein großer Irrtum: „Die Nebenkosten sind auch Leistungen der Arbeitgeber, wie etwa das 13. oder 14. Gehalt oder die fünf oder sechs Wochen Urlaub – all das wird von Lohnnebenkosten gedeckt“, hält Stangl fest.
So setzen sich Kosten zusammen
22 Prozent der aktuellen Lohnnebenkosten entfallen auf Sozialversicherungsbeiträge, sieben Prozent auf Beiträge zur Wohnbauförderung und zum Familienlastenausgleichsfonds sowie die Kommunalsteuer.
Arbeiterkammer warnt
Konkret: „Eine Lohnnebenkostensenkung bringt Arbeitnehmern weniger Einkommen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Abfertigung), weniger bezahlte Freizeit (Urlaub, Feiertage, Arztbesuche in Dienstzeit) und weniger soziale Sicherheit“, so die AK OÖ.
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