Ein Ehepaar aus Syrien wurde am Dienstag am Landesgericht Linz wegen schweren Betrugs verurteilt. Die beiden hatten rund 100.000 Euro an Sozialhilfen bezogen. Dazu waren sie nicht berechtigt, denn beide hatten die türkische Staatsbürgerschaft – doch diese Pässe hatten sie vor der Einreise entsorgt.
Konkret sollen es laut Anklage 94.000 Euro gewesen sein, die ein Ehepaar (37, 38) an Grundversorgung, Arbeitslosengeldern, Familienbeihilfe sowie Sozialhilfe der Stadt Linz bezogen haben soll. Diese Sozialmittel hatten sie sich gesichert, indem ihnen der Flüchtlingsstatus zugesprochen wurde – allerdings anhand falscher Angaben.
Türkische Staatsbürgerschaft erworben
Die Noch-Eheleute stammen zwar beide aus der syrischen Hauptstadt Damaskus, waren aber bereits 2014 von dort in die Türkei ausgereist, wo ihr erstes Kind auf die Welt kam. 2019 hatten sie schließlich die dortige Staatsbürgerschaft erlangt. Zwei Jahre später, im Jahr 2021, hätten sie die Türkei aber gen Westen verlassen – auf der Suche nach einem besseren Leben.
Pässe in Serbien entsorgt
Auf den Rat eines Bekannten hätten sie bereits in Serbien ihre türkischen Pässe weggeworfen. Türken – sofern sie keine Kurden sind – haben in Österreich kaum Chancen auf Schutz. Daher gaben sie sich an der Grenze im Burgenland als verfolgte Syrer aus. Aufgrund dieser Angaben wurde ihnen der Schutzstatus zugesprochen, und das Ehepaar kam fünf Jahre lang in den Genuss von Sozialleistungen, die ihm nicht zugestanden wären. Auch ein zweites Kind kam in Österreich zur Welt.
Sechs Monate bedingt
Mittlerweile lebe das Paar getrennt, weil der gelernte Tischler seine Gattin, eine Hausfrau, 2025 tätlich attackiert hatte und dafür auch verurteilt worden war. Die hohe Schadenssumme ließ sich für die Staatsanwaltschaft nicht mit einer Diversion vereinen. Weil aber die beiden „keine Paradekriminellen“ seien, bekamen sie schließlich jeweils sechs Monate bedingt – rechtskräftig.
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