Die Zahl der Menschen, die sich die Wohnung nicht mehr leisten können und deshalb von der Wohnungslosenhilfe des Landes betreut werden müssen, steigt. Die Räumungsklagen befinden sich auf einem Höchststand, die Notschlafstellen sind ausgelastet. Die SPÖ fordert daher, das Wohnen in OÖ leistbarer zu machen.
Das Ziel der Wohnungslosenhilfe ist die Abwendung einer drohenden Wohnungslosigkeit“, heißt es auf der Website des Landes OÖ. Elf Millionen Euro gibt die öffentliche Hand dafür aus. Jedoch: Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln ist das formulierte Ziel aber offenbar immer weniger erreichbar. Das zeigt die Beantwortung einer SPÖ-Landtagsanfrage durch Soziallandesrat Christian Dörfel.
Um ein Drittel mehr Räumungsklagen
Denn laut den Zahlen, die der ÖVP-Politiker darin anführt, wird es für viele Oberösterreicher zunehmend schwierig, sich das Wohnen zu leisten. So ist etwa die Zahl der Räumungsklagen zwischen 2021 und 2024 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) um mehr als ein Drittel von 1906 auf 2555 Fälle angestiegen. Tatsächliche Räumungen nahmen im selben Zeitraum von 426 auf 581 zu. Die Nachfrage nach Angeboten für die Betroffenen stieg indes an: die Zahl der Nächtigungen in Notschlafstellen um 24 Prozent, die Besuchszahlen in Tageszentren um 57 Prozent – die Kapazität blieb aber jeweils gleich.
Räumungsklagen auf dem höchsten Stand seit Jahren, Notschlafstellen stärker ausgelastet als je zuvor: Da entwickelt sich etwas massiv in die falsche Richtung.
SPÖ-Sozialsprecherin Sabine Engleitner-Neu
Viele ohne geregeltes Einkommen
Was die Anfragebeantwortung ebenfalls offenbart: Immer mehr Menschen müssen ohne geregeltes Einkommen über die Runden kommen. „Solange leistbares Wohnen ein Privileg bleibt, werden diese Zahlen steigen. Das können wir uns als Gesellschaft nicht leisten – menschlich nicht und finanziell nicht“, sagt SPÖ-Sozialsprecherin Sabine Engleitner-Neu.
Dörfel verweist auf ein „dichtes soziales Netz“, das die Wohnungslosenhilfe biete: von Delogierungsprävention und mobiler Wohnbetreuung über Notschlafstellen und Tageszentren bis hin zu Übergangswohnheimen und Streetwork.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.