Di, 19. Juni 2018

Bestürzender Bericht

17.07.2014 10:54

"Kultur des Kindesmissbrauchs" auf St. Helena

Auf der britischen Überseeinsel St. Helena existiert einem Bericht zufolge eine regelrechte "Kultur des Kindesmissbrauchs". Der Missbrauch von Mädchen und jungen Frauen werde gemeinhin akzeptiert, berichten verschiedene Hilfsorganisationen - zum Teil werde Sex mit den Opfern einfach gegen Nahrung und Konsumgüter "getauscht".

St. Helena im Südatlantik ist eine der abgelegensten Inseln weltweit. Nur 3.800 Menschen leben auf dem knapp 122 Quadratkilometer großen Eiland 1.859 Kilometer westlich der Küste des südlichen Afrika, die meisten von ihnen in Armut. In der Abgeschiedenheit hat sich Hilfsorganisationen zufolge eine schockierende Kultur breitgemacht, in der Mädchen und Frauen geradezu als Freiwild gelten.

Wie die "Daily Mail" berichtet, hat unter anderem die Kinderhilfsorganisation The Lucy Faithfull Foundation die Zustände öffentlich gemacht. Schon im Mai 2013 habe die Organisation einen Bericht verfasst, der heimlich, still und leise auf der Website der Regierung der Insel veröffentlicht, ansonsten aber verschwiegen worden sei, so die "Daily Mail". Darin heißt es zum Beispiel, es gebe eine "anhaltende" Kultur des "sexuellen Missbrauchs von Teenager-Mädchen". Sobald diese ihre erste Periode hatten, würden sie quasi zum Freiwild.

Zum Teil komme es zu Prostitution, bei der junge Mädchen und Frauen einfach gegen Lebensmittel und Konsumgüter "eingetauscht" würden, so The Lucy Faithfull Foundation. Auch häusliche Gewalt sei auf St. Helena für viele Frauen Normalität.

Mütter erkennen Missbrauch oft nicht
Die Schäden in der Gesellschaft seien dementsprechend groß, berichten auch die Heilsarmee und die UNO-Menschenrechtskommission. Da für viele ältere Frauen Vergewaltigungen auf dem Schulweg Normalität gewesen seien, würden sie oft nicht erkennen, wenn ihre eigenen Kinder belästigt würden. Das sogenannte Grooming - das Anlocken von Kindern und Jugendlichen, um sie zu Sex zu überreden - sowie Kindesmissbrauch würden von den Müttern oft als schmeichelhaft empfunden, solange die Täter keine körperliche Gewalt anwenden.

Dabei würden viele junge Mädchen mit Alkohol gefügig gemacht, insbesondere auf der Nachbarinsel Ascension, so ein Bericht der britischen Abteilung für Internationale Entwicklung. Auf Ascension ist die britische Royal Air Force auf einem US-Luftwaffenstützpunkt stationiert. Gerade junge männliche Arbeiter auf der Basis hätten keine Bedenken, einheimische Mädchen zu missbrauchen, heißt es - sie fühlten sich weit weg von zu Hause, den Blicken ihrer Eltern und ihrer gewohnten Gesellschaft sicher.

Vorwürfe auch an Polizei und Gerichte
Auch der Polizei macht die Lucy Faithfull Foundation schwere Vorwürfe: Sie scheitere an der Strafverfolgung der Sextäter und gebe stattdessen meist den Opfern die Schuld. Auch die Gerichtsverfahren seien schwierig: Vergewaltigungsfälle würden von Geschworenen entschieden, die Einheimischen seien jedoch "extrem unwillig", Sex-Täter zu verurteilen, wenn diese nicht von der gesamten Gemeinschaft der Insel gehasst würden. Stattdessen würden auch hier die Opfer als "Nutten" bezeichnet.

Einen weiteren Skandal haben die Kinderschützer überdies aufgedeckt: Körperlich und geistig behinderte Kinder seien unter furchtbaren Bedingungen untergebracht. Die Zustände hätten an "viktorianische Irrenhäuser" erinnert, so die schockierten Besucher. Die Zimmer seien heruntergekommen gewesen und die Betreuer hätten ihr eigenes Gehalt aufwenden müssen, um die Bewohner zu versorgen.

Ex-Polizeichef ortet Hysterie
Die britische Regierung dürfte sich ob all der Informationen in Kürze fragen lassen müssen, was bisher unternommen wurde, um die Situation auf St. Helena zu verbessern. Zwar seien Ermittler auf die Insel geschickt worden, so die "Daily Mail", doch deren Berichte seien nie öffentlich gemacht worden. Der ehemalige Polizeichef von St. Helena, Peter Coll, beschuldigt indes die Lucy Faithfull Foundation, "hysterisch" zu agieren - die Situation sei im Süden von England zum Teil viel schlimmer. Und ein Sprecher von Polizei und Regierung der Insel ließ wissen, es gebe kein Zögern bei der Strafverfolgung von Sextätern, im Gegenteil.

Dennoch warnen selbst Inselbewohner laut "Daily Mail" vor dem geplanten Bau eines Flughafens auf St. Helena. Bisher ist man von Kapstadt aus fünf Tage mit dem Boot unterwegs. Man werde mit einem Flughafen womöglich Pädophile aus der ganzen Welt anlocken, so die Befürchtungen.

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