Bange Momente Dienstagnachmittag an der Mittelschule Hausmannstätten bei Graz: Nach einer Drohung mussten Hunderte Schüler von der Spezialeinheit Cobra in Sicherheit gebracht werden. Mit einem Schlag war der schreckliche Amoklauf von Graz allgegenwärtig. Kinder fielen sich weinend um den Hals, Eltern warteten verzweifelt auf Informationen.
Gegen 12.30 Uhr ging in der Mittelschule eine „Drohung“ ein. In dem Schreiben drohte ein Unbekannter scheinbar, fünf Lehrer zu ermorden. Die Polizei wollte diese Information noch nicht offiziell bestätigen.
Jedenfalls rasten mehrere Streifen, das Einsatzkommando Cobra, Rotes Kreuz und das Kriseninterventionsteam zur Schule. Die direkt daneben gelegene Volksschule war zu dem Zeitpunkt bereits großteils leer. Die insgesamt rund 350 betroffenen Kinder wurden von Polizisten von den Klassenräumen in den Turnsaal begleitet.
„Vorsorglicher Einsatz“
„Wie ernsthaft die Drohung ist, kann derzeit nicht final bewertet werden“, sagte Polizeisprecher Markus Lamb am Nachmittag. Die Auswertung laufe, es habe sich um einen „ vorsorglichen Einsatz“ gehandelt.
Vor der Schule versammelten sich besorgte Eltern, die verzweifelt auf genauere Informationen warteten. Vor dem Turnsaal lagen sich Kinder weinend vor Schock in den Armen.
Patrick Dorner, Bürgermeister von Hausmannstätten, war beim Einsatz vor Ort. „Es wurde ein Brief mit Drohungen gegen den Lehrkörper gefunden“, sagt er zur „Krone“. Die Polizei will das im Detail noch nicht bestätigen.
„Geschehenes aufarbeiten“
„Der Einsatz ist aus meiner Sicht gut verlaufen, weil alle sehr diszipliniert waren“, so Dorner. Der Schock sitzt dennoch tief. „Wir kennen das alles nur aus den Nachrichten“, so der Bürgermeister weiter. Die Stimmung sei „bedrückt“ gewesen.
Wir kennen das alles nur aus den Nachrichten.
Bürgermeister Patrick Dorner
Am Mittwoch soll in der Schule dennoch Regelunterricht stattfinden. „Wir wollen das Geschehene gemeinsam mit den Kindern aufarbeiten und einordnen, damit keine Angst bleibt.“ Das Kriseninterventionsteam sei dabei eine große Hilfe. Wenn ein Kind am Mittwoch fehlt, soll das aber „keine Konsequenzen“ haben.
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