Benjamin Karl:

„Meine Ehe wird jetzt völlig falsch dargestellt“

Wintersport
28.04.2026 15:30
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

„Ja, meine Wortwahl war blöd“, gesteht Benjamin Karl. Der Doppel-Olympiasieger will nach seinem Shitstorm-trächtigen Interview im Podcast „Mind Games“ gegenüber der „Krone“ aber von Machotum oder Hinterwäldlerei nichts wissen: „Meine Ehe wird jetzt völlig falsch dargestellt.“

Der Reihe nach: Benjamin Karl, wortgewandter und bei Journalisten daher durchaus begehrter Snowboard-Hero, packte aus. Mehr, als ihm im Nachhinein wohl lieb sein dürfte. Als Interview-Gast im Podcast „Mind Games“ sinniert er erstaunlich offen (und, wie er zugibt, einigermaßen patschert) über seine Ehe. So sei seine Frau vor geraumer Zeit – im Zuge seines Umstiegs vom Snowboard aufs Rennrad – mit dem sinngemäßen Wunsch nach mehr Freiheit, bei ihrem Gatten vorstellig geworden. Einigermaßen zu dessen Unverständnis. Schließlich sei er für den finanziellen Background der Familie, das Haus, den Pool – alles, „was sie immer wollte“ – zuständig. Folgerichtig hätten seine Termine Vorrang zu genießen, „wenn ich zum Beispiel nach Wien muss“. Und wenn nicht? Dann seien die Kinder groß genug, um zu verkraften, wenn Mama und Papa getrennte Wege gehen. Denn: „Ich kann nicht raus aus meiner Haut, das ist mein Leben. Sport ist die Art, wie ich mein Geld verdiene.“

Bei Olympia in Cortina räumte Karl groß ab.
Bei Olympia in Cortina räumte Karl groß ab.(Bild: Christof Birbaumer)

Strukturelles Problem?
Mehr hat Karl nicht gebraucht. Seine Äußerungen kam in vielen Gesellschaftsschichten alles andere als smart daher. Macho-Attitüde, Hinterwäldlertum, Machtmissbrauch, Egoismus, Ewiggestrigkeit – der Shitstorm gegen Karls Auffassung vom Phänomen Ehe speiste sich mit allen Klassikern des emanzipatorischen Verbal-Arsenals. Medien spielten die „Schock-Aussagen“ rauf und runter, Paar-Coaches rückten zur Erklärung/Verurteilung aus und wollten Karls Äußerungen nicht als Privatangelegenheiten oder Einzelfall vorüberziehen lassen, sondern es als strukturelles Problem etikettieren.

Und der Olympiasieger? Reagierte in einer ersten Insta-Story noch tendenziell bockig („Wenn ich euch die Wahrheit sage, passt‘s euch nicht“), dann eher süffisant bis dezent reuig. Er habe Frühstück für die Kinder zubereitet, seine Frau sei inzwischen außer Haus und in der Arbeit, die sie liebe, erklärte er. Und dann pflichtbewusst ab- und den Geschirrspüler eingeräumt. Und übrigens, was noch „missverstanden“ wurde: Seine Frau dürfe jederzeit auf Urlaub fahren, „kein Problem“, es gehöre nur ordentlich abgestimmt.

„Glaubt das ernsthaft jemand?“
Im Gespräch mit sportkrone.at präzisiert er: „Es war blöd von mir formuliert. Aber meine Ehe wird jetzt völlig falsch dargestellt. Glaubt irgendjemand ernsthaft, die Ehe würde 20 Jahre funktionieren und halten, wenn meine Frau permanent so unglücklich wäre?“ Er sei beileibe kein Frauenhasser. „Ich liebe Frauen, speziell meine“, sagt der 40-Jährige. Gattin Nina, fügt er süffisant an, lebe in absoluter Freiheit und im Glück. Andere Interpretationen seines Auftritts? Lachhaft. Außerdem: „Die Menschen wollen immer Ehrlichkeit. Aber wenn ich ehrlich spreche, passt es ihnen auch nicht.“

Das Gespräch mit der „Krone“ unterbricht Karl übrigens zwischenzeitlich. „Ich koche nämlich gerade selbst für meine Kids und mich und muss kontrollieren, ob die Nudeln schon al dente sind“, erklärt er augenzwinkernd.

„Abenteuerlich und falsch“
Noch am Donnerstagvormittag wurde die „inkriminierte“ Podcast-Folge offline genommen. Die Beleidigungen gegen Karl seien zu massiv geworden, weswegen er um die Löschung des Videos gebeten habe, erklärte der „Host“ des Podcasts in einer Social-Media-Story. „Dass Leute sich jetzt erlauben, über mein inzwischen 40-jähriges Leben aufgrund eines Fünf-Minuten-Schnipsels zu urteilen, finde ich abenteuerlich und falsch.“

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