Spenden an Obdachlosen

Hilfswelle nach Diebstahl: „Möchte mich bedanken“

Oberösterreich
03.03.2026 10:00

Nachdem der Rucksack eines Linzer Obdachlosen mit all seinen Habseligkeiten verschwunden war, halfen viele „Krone“-Leser dem mittellosen 50-Jährigen. Aus dem ganzen Bundesgebiet wurden Spenden geschickt. Von der Welle der Hilfsbereitschaft profitieren jetzt auch andere Obdachlose.

Vor mittlerweile zwei Wochen kam ein 50-jähriger Obdachloser Hilfe suchend in die Redaktion der OÖ-„Krone“. Denn als er am 11. Februar zu seinem Schlafplatz in einer Tiefgarage in der Blumauerstraße zurückkehrte, war sein Rucksack plötzlich nicht mehr da.

Anzeige gemacht und herumgefragt
In dem großen 65-Kilo-Rucksack hatte der mittellose Mann alles drinnen, was er sich in den vergangenen Jahren zusammensammeln konnte: von warmem Gewand über Schlafsäcke und Jacken bis hin zu Ausweisen und Medikamenten. Der 50-Jährige erstattete Anzeige und fragte sich in der Umgebung durch, aber niemand konnte dem Mann zunächst helfen.

Doch nach dem „Krone“-Bericht schwappte eine Welle der Hilfsbereitschaft über den Obdachlosen. „Das war gar nicht meine Intention. Ich wollte eigentlich nur, dass im besten Fall mein Rucksack wieder auftaucht. Ich war am Anfang richtig sprachlos. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, einfach überwältigend“, zeigt sich der Mann dankbar.


Es kamen sogar so viele Spenden in der Wärmestube an, dass nicht nur der 50-Jährige davon profitiert: „Ich möchte mich von Herzen bei allen bedanken, die mir geholfen haben. Ich habe auch ein paar Spender persönlich kennenlernen dürfen. Ein großes Packerl kam zum Beispiel aus Kärnten an. Es kamen so viele Jacken und Rucksäcke, die dann an andere Obdachlose weitergegeben wurden. So hatten jetzt viele Menschen etwas davon.“

Auch unter Obdachlosen wollte man sich helfen
Auch unter den Obdachlosen selbst half man sich gegenseitig: „Viele haben erst durch die Zeitung von dem Vorfall erfahren und wollten mir etwas geben, es gab keinen Neid untereinander.“ Übrigens ist es auch einer engagierten „Krone“-Leserin zu verdanken, dass der Mann wieder in Besitz seines Habs und Guts ist: Sie entdeckte den Ranzen auf einem Gehsteig und erinnerte sich an den Bericht darüber.

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