Mit seinem mobilen Backofen tauchte ein syrischer Flüchtling am Sonntag vor der Caritas Wärmestube in Linz auf. Er backte rund 50 Pizzen und verteilte sie gratis an Menschen in der Sozialeinrichtung. Mit seiner Aktion wolle er etwas von dem zurückgeben, was er in Österreich erfahren hat, sagt Gara.
Ich wollte einfach etwas zurückgeben.“ Mit diesem Satz bringt Gara vom Pizzacatering „NapoliGara“ auf den Punkt, warum er am Sonntag vor der Einrichtung der Caritas stand – mit Pizzaofen, Teig und jeder Menge Motivation. Rund 50 Pizzen gingen über seinen Tisch.
Die Idee zu dieser Aktion kam ihm nicht ganz spontan. „Ich bin oft mit dem Zug unterwegs und sehe dabei immer wieder obdachlose Menschen. Da denkt man schon nach“, erzählt er. Für ihn war klar: Er möchte helfen – aber auf seine eigene Art. „Ich spende jedes Jahr, aber ich wollte diesmal etwas Persönlicheres machen.“
Pizzen anfangs nur für Freunde
Sein Pizzacatering „NapoliGara“ gibt es offiziell erst seit Februar 2026. Angefangen hat alles vor rund drei Jahren. „Ich habe damals nur für Freunde und Bekannte Pizzen gemacht“, sagt Gara. Dass daraus einmal ein eigenes Catering wird, war eigentlich nie der Plan. „Meine Freunde haben mich motiviert, mehr daraus zu machen. Ohne sie hätte ich das wahrscheinlich nicht durchgezogen.“ Heute steht er hier – mit seinem ganz eigenen Konzept: „Ich wollte etwas Echtes machen, etwas, das nach Tradition schmeckt.“
Gara kommt ursprünglich aus dem Norden Syriens und ist Kurde. Österreich habe ihm viel ermöglicht, sagt er selbst. „Vor allem die Sicherheit hier hat mir geholfen, meine Ziele zu verfolgen.“ Genau deshalb ist die Aktion für ihn eine Art Dankeschön – auch wenn sie nur eine kleine Geste ist.“
Wahrscheinlich nicht seine letzte Aktion
Vorbereitet hat er sich mehrere Tage – sein Teig braucht 72 Stunden Reifezeit. Vor Ort ist er komplett mobil unterwegs, er braucht nur einen Stromanschluss. Gebacken werden Klassiker wie Margherita, Salami, und Schinken. Für Gara ist es die erste Aktion dieser Art, aber wahrscheinlich nicht die letzte. „Ich kann mir gut vorstellen, das auch in anderen Städten zu machen.“
An diesem Sonntag bleibt zwischendurch immer wieder Zeit für ein paar Worte mit den Menschen vor Ort. „Mir ist wichtig, dass sie sich für einen Moment gesehen fühlen“, sagt Gara. Und genau das scheint an diesem Tag auch zu funktionieren.
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