Immer mehr Ratten

Rattengift-Experte: „Ist extrem zugriffssicher“

Niederösterreich
27.04.2026 11:00

Niederösterreicher und Schädlingsbekämpfer Walter Göschl erklärt im „Krone“-Gespräch Rodentizide, und welche Dosis für Hunde oder Katzen wirklich tödlich wären.

Seit in Hipp-Gläsern eine Dosis davon gefunden wurde, fragen sich viele: wie giftig ist Rattengift? Walter Göschl , Geschäftsführer der Firma „Parasitekill“ in Bierbaum am Kleebühel im Bezirk Tulln weiß: „So etwas ist für Privatpersonen nicht einfach so erhältlich“. Früher sei das anders gewesen. Nicht ohne Grund gebe es immer wieder Gesetzesverschärfungen – obwohl das Berufsbild Schädlingsbekämpfung zu Unrecht immer mehr untergeht.

Wer Ratten im Keller, Dachboden oder im Garten entdeckte, konnte leicht an kleine Giftköder kommen. „Heute ist das deutlich komplizierter“. Denn seit 1. Jänner gilt in Österreich – bzw. EU-weit – eine strengere Regelung für Rodentizide – also Ratten- und Mäusegifte. Für den Kauf und die berufliche Verwendung bestimmter Mäuse- und Rattengifte mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen sei künftig ein „Sachkundenachweis“ erforderlich. Es muss also  nachweisbar sein, dass jemand auch weiß, wie mit dem Stoffen umzugehen ist. 

„Obwohl ich in meinem ganzen Berufsleben noch nie eine Sekundärvergiftung gesehen hab“, sagt Göschl, der seit Kurzem Pensionist ist, aber Geschäftsführer bleibt. Strengere Regeln werden eingeführt, um die Tiere auch so „harmlos wie möglich“ zu bekämpfen. Und, um weitere Vergiftungen anderer Tiere zu verhindern, die auch in Berührung mit den Nagern kommen könnten.  Eine Köderbox enthalte laut Göschl oft zwischen 20 und 40 mg giftige Substanz. „Der Wert, der für Hunde wirklich gefährlich wird, liegt bei 220 Gramm.“ Das Gift per se sei meistens ein überdosiertes Vitamin, das Organversagen auslöst.

Ratten „geht es gut“ bei uns
Und es wird gebraucht: Durch immer wärmere Winter und private Hühner-Ställe gebe es jedenfalls hierzulande immer mehr Ratten. „Futter für Hühner, das einfach offen herumliegt, ist wie ein Buffet für die Nager.“ Auch „Parasitekill“ werde meistens aus diesem Grund zu möglichen Ausbrüchen gerufen. Und wo eine Ratte gesehen worden ist, sind möglicherweise schon dutzende im Untergrund, heißt es.

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