Der italienische Fußball steht vor einem neuen Skandal. Der Schiedsrichter-Koordinator für die Serie A und B, Gianluca Rocchi, hat sich selbst von seinem Amt suspendiert, nachdem die Staatsanwaltschaft Mailand Ermittlungen gegen ihn wegen mutmaßlicher Beteiligung an Sportbetrug aufgenommen hat. Auch der VAR-Supervisor Andrea Gervasoni zog mit einer entsprechenden Entscheidung nach, teilte der Schiedsrichterverband AIA in einer Mitteilung am Samstagabend mit.
Der Verband kündigte an, umgehend den Nationalausschuss einzuberufen, um über personelle Konsequenzen zu beraten. Den Ermittlungen zufolge soll Rocchi Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und Einfluss auf VAR-Entscheidungen genommen haben. Zudem geht es um den Vorwurf, bei Ansetzungen Referees ausgewählt zu haben, die dem Club Inter Mailand zugeneigt gewesen seien, wie Gazzetta dello Sport berichtete.
Mehrere Spieler von Mailänder Ermittlern geprüft
Mehrere Spiele der vergangenen Saison sollen von den Ermittlern überprüft werden. Dazu gehören unter anderem die Serie-A-Begegnungen Udinese gegen Parma, das Udinese dank eines Elfmeters gewonnen hat, sowie Inter gegen Hellas Verona, das die Mailänder mit 2:1 für sich entschieden.
Auch die italienische Sportjustiz wurde eingeschaltet: Die Staatsanwaltschaft des Fußballverbands FIGC forderte die Ermittlungsakten aus Mailand an. Sportminister Andrea Abodi stellte Konsequenzen in Aussicht, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Der 52-jährige Rocchi wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, er habe stets korrekt gehandelt. Die Selbstsuspendierung sei erfolgt, um den Ablauf der Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen. Er ist seit 2021 Schiedsrichterkoordinator für die Serie A und B.
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