Warten auf Bebauung

Seit Jahren Saalfeldens Schotter-Schandfleck

Salzburg
26.04.2026 19:00

2020 wurden mehrere Gebäude im Herzen von Saalfelden abgerissen, ein Stadtteil-Projekt mit fünf Bauten wurde angekündigt. Passiert ist aber nichts – zum Ärger der Einheimischen. Auch was die Zukunft betrifft, bleibt Eigentümer Raiffeisen verhalten ...

Der Abriss des 350 Jahre alten Liendlwirts, dem Huthaus Herzog und dem Websterhaus im Zentrum von Saalfelden – einen Steinwurf vom Rathaus entfernt – war Ende August 2020 Thema in der „Krone“. Damals haben Stadt und Grundstücksbesitzer, Raiffeisen und eine Privateigentümerin, das Stadtteil-Projekt „Saalfelden Mitte“ mit fünf neuen Bauten angekündigt – für vier Bauteile inklusive eines neuen Bankgebäudes sind Raiffeisenbank und Raiffeisenverband zuständig.

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Es ist schrecklich, ein Schandfleck. Schlimm ist auch, dass nur Hotelgäste dort parken dürfen. Die Einheimischen müssen sonst überall zahlen. 

Manuela Marchner

Jetzt sind mehr als fünf Jahre vergangen. Passiert ist nichts: Die mit Bauzäunen abgegrenzte Schotterfläche wird nur für das Parken genutzt. „Es ist schrecklich“, spricht Manuela Marchner von einem „Schandfleck“ und spart nicht mit Kritik. „Wir Bürger hätten erwartet, dass rasch gebaut wird. Für das Ortsbild ist es einfach hässlich. Wenn es um den Sport ginge, wäre sicher schon was passiert.“

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Projekte dieser Größenordnung haben ihren Vorlauf. Eine solide Planung geht vor Tempo, daher sehen wir auch keine Verzögerungen. 

Sigi Kämmerer, Sprecher des Raiffeisenverbandes

Seit dem Abriss stehen die Bauzäune auf dem Schotter. Autos parken – aber nur von Hotelgästen ...
Seit dem Abriss stehen die Bauzäune auf dem Schotter. Autos parken – aber nur von Hotelgästen oder Leuten von der Bank.(Bild: Kerstin Jönsson)

Was die Einheimischen zusätzlich aufregt: Parken dürfen dort nicht alle, sondern nur Gäste des Hotels „Die Hindenburg“. Eine entsprechende Vereinbarung bestätigt Sigi Kämmerer, der Sprecher der Raiffeisen: „Teil der Vereinbarung ist, dass alle anfallenden Betriebskosten vom Hotel bezahlt werden.“ Einigen Fahrzeughaltern wurde laut Kämmerer nach einer Anfrage erlaubt, dort zu parken. Alle anderen bekamen einen Zettel auf die Windschutzscheibe – mit dem Verweis: Privatparkplatz. Passend: Saalfelden führte erst 2023 Parkgebühren ein.

Verzögerungen sieht die Raiffeisen übrigens nicht, wie es zur „Krone“ heißt. Kämmerer spricht von einer „soliden Planung“, die „Vorlauf“ brauche und nennt Gespräche, Abstimmungen und Planungsarbeiten. „Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dieses für die Stadtentwicklung so wichtige Projekt umsetzen zu können.“ Noch heuer soll fertig geplant, ab 2027 gebaut werden – voraussichtlich drei Jahre lang. 

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