Orte des Gedenkens

Stolperstein-Paten für Saalfelden gesucht

Salzburg
10.03.2026 20:30

Schüler beschäftigten sich in einem Projekt für die Salzburger „Orte des Gedenkens“ mit Biografien von Opfern der NS-Zeit. Jetzt sollen die erste Stolpersteine im Pinzgau verlegt werden. Wer wird Pate für diese Zeichen der Erinnerung? 

Es sind Geschichten von Opfern der NS-Zeit aus der eigenen Region. Schicksale, die schwer in Worte zu fassen sind.

Schüler der 8A-Klasse des Gymnasiums Saalfelden ging auf Spurensuche und arbeiteten im Rahmen der landesweiten Initiative „Orte des Gedenkens“ die Lebensgeschichten von insgesamt neun Opfern auf. Es geht um Widerstandkampf, um Flucht vor dem Krieg, um Menschen, die als geistesgestört eingestuft wurden.

Wie sehr die Jugend von heute von dieser Aufarbeitung und intensiven Auseinandersetzung mit der Zeit profitiert? „Die Erinnerungskultur ist wesentlich. Es geht vor allem auch darum, dass die Strukturen bis heute nachwirken können“, betont Andrea Dillinger, Geschichte-Lehrerin und Kustodin im Museum Schloss Ritzen.

Kleine Messingplatten in Gehsteigen sollen bald Passanten auf die Geschichten aufmerksam machen und zum kurzen Innehalten bewegen. Beginnend in der Zellerstraße werden in der Bahnhofstraße, Lofererstraße und Farmachstraße sieben Stolpersteine in Erinnerung an Franz Dillinger, Albert und Johann Wieser, Magnus Scholz, Sara und Artur Kant und Maria Komocar verlegt. Zwei weitere für Thomas Rieder und Aleksy Jagla sind vor dem Museum geplant. Schüler werden gemeinsam mit dem Bauhof-Team anpacken.

Die Organisatoren suchen Gedenkstein-Paten, die die Steine finanzieren und gelegentlich eine Kerze oder Blumen bei „ihrem“ Stein niederlegen.

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