In Linz stehen am Freitag im Amtsmissbrauchsprozess gegen ÖVP-Klubobmann August Wöginger und zwei Finanzbeamte die Schlussplädoyers von Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) und Verteidigung am Programm. Dafür hat das Gericht einen ganzen Tag eingeplant. Das Urteil soll am 4. Mai gesprochen werden.
Wöginger soll laut Anklage beim damaligen Generalsekretär und Kabinettschef im Finanzministerium, Thomas Schmid, interveniert haben. Die beiden Finanzbeamten saßen in der Hearingkommission. Zuletzt war immer öfter Thema im Prozess, ob es nicht schon bei einer früheren Personalentscheidung – dem Vorstand im Finanzamt Freistadt – Versuche gegeben haben könnte, den Bürgermeister in dieses Amt zu hieven. Die Angeklagten in der „Postenschacher“-Causa bestreiten alle Vorwürfe.
Letzte Anträge der Verteidigung abgewiesen
Zu Beginn der Verhandlung wurden Beweisanträge der Verteidigung – sie wollte einen weiteren Zeugen laden und ein Gutachten zur Eignung des Bürgermeisters für den Führungsjob – abgewiesen. Der Zeuge habe keine unmittelbaren Wahrnehmungen und sei zudem zum Tatzeitraum karenziert gewesen, so die Vorsitzende. Das Gutachten wurde abgelehnt, weil die Eignung des Bürgermeisters im Rahmen der Beweiswürdigung beurteilt werden müsse. Danach begann die Verlesung, die wohl umfangreich ausfallen wird. Anschließend stehen die Schlussplädoyers am Programm.
Verteidiger wil Freispruch
Wögingers Anwalt Michael Rohregger hat angekündigt, auf Freispruch zu plädieren. Er wird vermutlich versuchen, die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen Schmid zu erschüttern. Dieser sieht sich nach seinen Aussagen im Wöginger-Prozess mit Ermittlungen wegen des Verdachts der Falschaussage konfrontiert. In denen geht es darum, ob er bereits in die Besetzung in Freistadt involviert war. Mehrere Zeugen haben das ausgesagt, während Schmid es verneint hat. Für Rohregger zeigt das, dass der damalige Generalsekretär im Finanzministerium seine eigene Agenda verfolgt habe.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.