Im vorletzten „Tatort“ „Gegen die Zeit“ mit dem etablierten Wiener Ermittlerduo (20.15 Uhr, ORF 2) geht es um einen Mord im Problemkindermilieu. Ein atmosphärisch dichter und eindringlicher Fall, der das gealterte Duo noch einmal für eine große Herausforderung stellt.
In der sozialpädagogischen WG „Sonnenhof“ gibt es für betreute Jugendliche eine letzte Chance, um nicht aus dem sozialen Raster zu fallen. Einrichtungsleiter David Walcher (Roland Silbernagl) leitet mit einer Mischung aus Verständnis und strenger Hand und wird des nächtens von hinten erschlagen. Das rückt das etablierte Wiener Ermittlerduo Fellner (Adele Neuhauser) und Eisner (Harald Krassnitzer) auf den Plan, die in eine Welt voll unkontrollierter Emotionen und vernachlässigter Seelen eintauchen.
Hauptverdächtig ist der 16-jährige Cihan (Alperen Köse), der nach dem Mord aus der Wohngemeinschaft flüchtet und den Verdacht schnell auf sich lenkt. Doch auch die anderen Jugendlichen und ein verhaltensauffälliger Nachbar könnten in die Tat involviert sein. Den Kommissaren bieten sich indes bei den Ermittlungen neue Herausforderungen, denn sie stoßen bei den Jugendlichen auf Unverständnis, Angst und eine Mauer des Schweigens. Jeder neue Schritt und jede unbedachte Aussage könnte sie ihre Existenz kosten. Empathie und Einfühlungsvermögen sind dieses Mal wichtiger als harsches Nachfragen ...
Für die Inszenierung wählt Regisseurin und Drehbuchautorin Katharina Mückstein den Blick in die Vergangenheit und lässt die Zuseher damit direkt in das retrospektive Geschehen des Falles eintauchen. Die samt und sonders von noch unbekannten Nachwuchsdarstellern bekleideten Rollen der Heimkinder überzeugen mit einer jeweils eigens erzählten, möglichst alle Klischees umschiffende Biografie, die für das inhaltliche Gesamtkonstrukt von Bedeutung sind.
Krassnitzer und Neuhauser tun sich mit all ihrer Routine schwer, einen Zugang in diese eigene, ihnen unbekannte Welt zu finden, was den „alten Hasen“ eine überraschende Frische verleiht. Zudem ist die Thematik alleingelassener und gewalttätiger Jugendlicher ein aktuell relevantes Thema. „Gegen die Zeit“ ist ein inszenatorisches Highlight.
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