Riesiger Schock in Herzogenburg im Bezirk St. Pölten: Nur wenige Monate nach der Übernahme des Automobilzulieferers Georg Fischer durch den mexikanischen Konzern Nemak wird die Produktion eingestellt. 330 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Erst zu Beginn des Jahres war der Kauf des auf Druckguss spezialisierten Automobilzuliefers Georg Fischer Castings Solutions an Nemak über die Bühne gegangen, wenig später ist in Herzogenburg nichts mehr, wie es war. Das Werk wird zugesperrt, 330 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Die jüngsten Marktentwicklungen und anhaltend niedrige Produktionsvolumina hätten die Aussichten für den Betrieb in der Stiftstadt derart verschlechtert, dass Nemak keine andere Wahl habe, die Produktion Anfang 2027 einzustellen, begründet der Branchen-Riese in einer Aussendung.
„Vor wenigen Monaten noch andere Stimmung“
Durch diese hat auch Bürgermeister Christoph Artner von der Schließung erfahren. „Ich hatte kurz nach der Übernahme ein Gespräch mit der Geschäftsführung. Da herrschte noch eine ganz andere Stimmung“, so Artner im Gespräch mit der „Krone“. Die Stadt stehe nun vor einer riesigen Herausforderung. „330 Menschen und Familien sind mit einer großen Unsicherheit konfrontiert“, so Artner.
Wir sind bestrebt, alle betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen.
Statement seitens Nemak
Bestmögliche Unterstützung
Denn aktuell ist unklar, ob Mitarbeiter von den noch drei vorhandenen Firmen am Areal übernommen werden können. „Wir sind bestrebt, alle betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen, der Prozess wird in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Arbeitnehmervertretungen und Behörden gestaltet“, betont Nemak.
Darüber hinaus sieht sich auch die Stadt selbst, deren Wachstum stets eng mit dem Industriestandort verknüpft war, durch den dadurch entstehenden Rückgang der Kommunalsteuer großen Herausforderungen ausgesetzt. „Das trifft uns in einer Zeit, in der die Gemeinden ohnehin vor großen finanziellen Herausforderungen stehen, besonders“, so Artner. Die Rede ist von rund 500.000 Euro, die künftig im Stadtbudget fehlen.
Sorge um den Standort
Zudem wächst die Sorge vor einem weiteren Kahlschlag am Standort. In den besten Zeiten waren dort deutlich mehr als 1500 Personen in der Metallindustrie beschäftigt, mittlerweile wurde der einstige Betrieb der Gebrüder Grundmann in vier Unternehmen aufgesplittet. Nach dem Aus von Nemak würden dann noch rund 600 Personen am Standort übrig bleiben.
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