Drastischer Schritt

Werk wird nach Übernahme zugesperrt: 330 Jobs weg!

Niederösterreich
22.04.2026 12:16

Riesiger Schock in Herzogenburg im Bezirk St. Pölten: Nur wenige Monate nach der Übernahme des Automobilzulieferers Georg Fischer durch den mexikanischen Konzern Nemak wird die Produktion eingestellt. 330 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Erst zu Beginn des Jahres war der Kauf des auf Druckguss spezialisierten Automobilzuliefers Georg Fischer Castings Solutions an Nemak über die Bühne gegangen, wenig später ist in Herzogenburg nichts mehr, wie es war. Das Werk wird zugesperrt, 330 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Die jüngsten Marktentwicklungen und anhaltend niedrige Produktionsvolumina hätten die Aussichten für den Betrieb in der Stiftstadt derart verschlechtert, dass Nemak keine andere Wahl habe, die Produktion Anfang 2027 einzustellen, begründet der Branchen-Riese in einer Aussendung.

Erst heuer wurde die Firma Georg Fischer Castings Solutions von Nemak übernommen.
Erst heuer wurde die Firma Georg Fischer Castings Solutions von Nemak übernommen.(Bild: Georg Fischer)

„Vor wenigen Monaten noch andere Stimmung“
Durch diese hat auch Bürgermeister Christoph Artner von der Schließung erfahren. „Ich hatte kurz nach der Übernahme ein Gespräch mit der Geschäftsführung. Da herrschte noch eine ganz andere Stimmung“, so Artner im Gespräch mit der „Krone“. Die Stadt stehe nun vor einer riesigen Herausforderung. „330 Menschen und Familien sind mit einer großen Unsicherheit konfrontiert“, so Artner.

Zitat Icon

Wir sind bestrebt, alle betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen.

Statement seitens Nemak

Bestmögliche Unterstützung
Denn aktuell ist unklar, ob Mitarbeiter von den noch drei vorhandenen Firmen am Areal übernommen werden können. „Wir sind bestrebt, alle betroffenen Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen, der Prozess wird in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Arbeitnehmervertretungen und Behörden gestaltet“, betont Nemak.   

Herzogenburgs Bürgermeister Christoph Artner ist um die Mitarbeiter besorgt, aber auch um die ...
Herzogenburgs Bürgermeister Christoph Artner ist um die Mitarbeiter besorgt, aber auch um die Gemeindefinanzen. Denn durch den Jobabbau verliert die Stadt auch reichlich Kommunalsteuer.(Bild: Attila Molnar)

Darüber hinaus sieht sich auch die Stadt selbst, deren Wachstum stets eng mit dem Industriestandort verknüpft war, durch den dadurch entstehenden Rückgang der Kommunalsteuer großen Herausforderungen ausgesetzt. „Das trifft uns in einer Zeit, in der die Gemeinden ohnehin vor großen finanziellen Herausforderungen stehen, besonders“, so Artner. Die Rede ist von rund 500.000 Euro, die künftig im Stadtbudget fehlen.

Sorge um den Standort
Zudem wächst die Sorge vor einem weiteren Kahlschlag am Standort. In den besten Zeiten waren dort deutlich mehr als 1500 Personen in der Metallindustrie beschäftigt, mittlerweile wurde der einstige Betrieb der Gebrüder Grundmann in vier Unternehmen aufgesplittet. Nach dem Aus von Nemak würden dann noch rund 600 Personen am Standort übrig bleiben.

„Das ist Gift für den Standort“
Scharfe Kritik übt indes Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer. „Der Niedergang der Auto- und Zulieferindustrie ist die direkte Folge des Green Deal der EU“, so der Freiheitliche. Auch die Bundesregierung nimmt Landbauer in die Pflicht. „Günstige fossile Energie wird verteufelt und Betriebe mit immer neuen Auflagen und Rekordsteuern belastet. Das ist Gift für den Standort und treibt Unternehmen aus dem Land“, ist er überzeugt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Niederösterreich

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung