Es ist ein Phänomen, das in vielen heimischen Mittelschulen um sich greift: Jung-Lehrer sind möglicherweise gut, aber aus. Denn wer die pädagogische Berufsausbildung absolviert hat, will lieber in der Oberstufe als in der Mittelstufe unterrichten.
Christoph Helm, Leiter der Abteilung für Bildungsforschung an der Linzer Kepler-Uni, sagt dazu: „Es gibt dazu Studien aus Graz und Klagenfurt. Dabei wurden erstsemestrige Studierende befragt. 75 Prozent gaben an, ausschließlich in der AHS und BHS unterrichten zu wollen, 25 Prozent waren offen für die Mittelschule.“
Doch die Abneigung gegen das Unterrichten in der Sekundarstufe ist nicht in Stein gemeißelt. Eine aktuelle Untersuchung des „Entwicklungsverbund Cluster Mitte“ – da gehören sechs Unis und vier Pädagogische Hochschulen in Oberösterreich und Salzburg dazu – macht Hoffnung. „Am Ende des Studiums zeigten die Befragten eine deutlich gestiegene Bereitschaft, auch in der Mittelschule zu unterrichten. 60 Prozent können sich das vorstellen, 40 Prozent der Jung-Lehrer wollen allerdings weiterhin ausschließlich in der Oberstufe arbeiten“, sagt Helm.
Doch was sind die Ursachen für dieses Verhalten?
Helm nennt folgende Motive: AHS-Lehrer haben einen höheren sozialen Status, die pädagogische Herausforderung sei deutlich geringer und in der Mittelschule müsste sehr viel fachfremd unterrichtet werden – das sei ein zentrales Problem.
Ausbildung zu spezifisch
Zusätzlich sei die aktuelle Lehrerausbildung sehr fachspezifisch, es werde zu wenig pädagogisches Rüstzeug vermittelt, wie es für erzieherische Tätigkeiten in der Mittelstufe nötig sei. Und, auch nicht zu unterschätzen: Viele jener Jungen, die sich für ein Lehramtsstudium entscheiden, hätten selbst ein Gymnasium besucht.
Bildungsforscher Helm sind solche Präferenzen bei der Jobsuche nicht neu. Er kann sich aber nicht den zarte Hinweis verkneifen, dass auch in diesem Bereich Nachfrage und Angebot zusammenpassen müssen.
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